Liebe Leser, liebe Freunde der Europäischen Sicherheit & Technik,

ein Jahreswechsel ist kein Neuanfang auf leerem Blatt, aber ein guter Moment, den Kurs zu prüfen. Das vergangene Jahr hat gezeigt, wie eng sicherheitspolitische Entscheidungen, militärische Fähigkeiten und eine leistungsfähige Industrie miteinander verknüpft sind. Im neuen Jahr wird es noch stärker darauf ankommen, aus Ankündigungen belastbare Strukturen zu machen – bei Streitkräften, Behörden, Industrie, Forschung und Politik gleichermaßen.

Zeitenwende auf dem Prüfstand

Jürgen Fischer, Chefredakteur Europäische Sicherheit & Technik (ES&T), fotografiert am 20.11.2023 in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini

Viele Unternehmen der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie gehen mit gemischten Vorzeichen in das neue Jahr: hohe Erwartungen an Tempo und Innovation, gleichzeitig enge Kapazitäten, Fachkräftemangel und aufwendige Verfahren. Gerade an dieser Schnittstelle entscheidet sich, ob aus der vielbeschworenen „Zeitenwende“ tatsächlich ein langfristiger Fähigkeitsaufbau wird – mit klaren Prioritäten, verlässlicher Planung und der Bereitschaft, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen.

Als Redaktion der Europäischen Sicherheit & Technik wollen wir diesen Weg auch im neuen Jahr kritisch und konstruktiv begleiten. Wir berichten über Entwicklungen in Bundeswehr und Behörden, über Programme und Projekte der Industrie, ordnen politische und haushalterische Entscheidungen ein und geben denjenigen eine Stimme, die in diesem Gefüge Verantwortung tragen – in Führungsebenen ebenso wie in der Praxis vor Ort. Unser Anspruch bleibt, sicherheits- und industriepolitische Realität nüchtern zu beschreiben, Widersprüche offen anzusprechen und Debattenräume zu öffnen, in denen unterschiedliche Perspektiven zu Wort kommen, ohne Probleme schönzureden.

Im Dialog mit unseren Lesern

Darauf wollen wir im neuen Jahr noch stärker gemeinsam mit Ihnen aufbauen: Wir freuen uns auf Ihre Hinweise, Einladungen zu Recherchen und zur Berichterstattung – ob zu Übungen und Einsätzen, zu Werken und Fertigungslinien, zu Forschungsprojekten, Fachkongressen oder Hintergrundgesprächen. Wo Sie meinen, dass ein Thema mehr öffentliche Aufmerksamkeit verdient oder eine Entwicklung kritisch begleitet werden sollte, verstehen wir uns als Ihr Ansprechpartner. Dieser direkte Draht zu Ihnen, unseren Leserinnen und Lesern, ist für uns ein zentraler Antrieb und macht unsere Arbeit erst wirklich vollständig.

Für das neue Jahr wünschen wir Ihnen Gesundheit, Klarheit im Urteil und die nötige Entschlossenheit, um auch schwierige Entscheidungen nicht aufzuschieben. Möge es ein Jahr werden, in dem wir gemeinsam daran arbeiten, die Handlungsfähigkeit von Bundeswehr, Bündnis und Industrie weiter zu stärken – sachlich, verlässlich und mit klarem Blick auf das Wesentliche.

Im Namen der Redaktion der Europäischen Sicherheit & Technik

Jürgen Fischer