Die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 wird zum Stimmungstest für Europa: Unter dem Eindruck der neuen US-Sicherheitsstrategie geht es nicht mehr um Appelle an Washington, sondern um die Frage, ob die Europäer ihre Verteidigungsfähigkeit, Entscheidungsstrukturen und den Rüstungsmarkt endlich auf Kurs bringen. Zwischen neuer US-Sicherheitsstrategie und deutschem Führungsanspruch muss Europa sicherheitspolitisch liefern.

Vom Golf nach München

Wer verstehen will, wie sehr die Münchner Sicherheitskonferenz inzwischen ganzjährig und weit über München hinaus wirkt, muss zunächst an den Golf blicken. Anfang Oktober 2025 hat die MSC in AlUla, einer Oasenstadt im Nordwesten Saudi-Arabiens in der Provinz Medina, rund 350 Kilometer nordwestlich der Stadt Medina, ein hochrangig besetztes Regionaltreffen ausgerichtet. Mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter aus rund 30 Ländern waren vor Ort, darunter mehrere Außenminister sowie weitere Minister und hochrangige Regierungsvertreter. Aus dem engeren Führungskreis der Konferenz heißt es, die Zusammenkunft sei im Grunde einer „kleinen MSC“ außerhalb Europas gleichgekommen. Mit hohem organisatorischem Aufwand, großen Erwartungen der Gastgeber und einem Ergebnis, das die Marke MSC in einer sicherheitspolitisch dynamischen Region weiter gefestigt habe.

Das MSC Leaders Meeting in Al Ula in Saudi-Arabien: Die Münchner Sicherheitskonferenz gewinnt weit über Europa hinaus an Bedeutung: Staaten aus dem Nahen und Mittleren Osten nutzen sie verstärkt, um ihre sicherheitspolitischen Herausforderungen sichtbar zu machen.
Foto: MSC

Diese Erfahrung prägt den Blick auf die Hauptkonferenz im Februar 2026. Aus dem Umfeld der Konferenz heißt es, die MSC solle künftig noch stärker als Arbeitsplattform für vertrauliche Konsultationen und eng getaktete Arbeitsformate verstanden werden. Nicht nur die Regionaltreffen wie am Golf, sondern auch die Formate in den USA dienen als Labore, in denen Themen gesetzt und Gesprächsfäden geknüpft werden, die in München wieder aufgegriffen werden.