Das israelische Verteidigungsministerium (Israel Ministry of Defense, IMoD) hat am 28. Dezember in einer feierlichen Zeremonie beim Hersteller Rafael Advanced Defense Systems das Luftverteidigungssystem Iron Beam an die Truppe übergeben. Das geht aus einer Mitteilung des IMoD auf Facebook hervor.

„In diesem bedeutenden Moment können wir alle sehr stolz auf den Präzedenzfall sein, der heute hier geschaffen wurde. Zum ersten Mal weltweit hat ein Hochleistungs-Laserabwehrsystem die volle Einsatzreife erreicht und mehrere Abfangmanöver in einer umfangreichen Testreihe, die verschiedene Einsatzszenarien nachstellte, erfolgreich durchgeführt“, sagte Verteidigungsminister Israel Katz.

Der kardanisch aufgehängte Kopf trägt die Optik für den Wirklaser und die Sensoren für Zielerfassung und -verfolgung. (Foto: IMoD)

Iron Beam Entwicklung

Zuvor hatte das System in umfangreichen Tests seine Effektivität nachgewiesen. Dabei konnte Iron Beam erfolgreich Raketen, Mörser und UAV abfangen. Das System soll nach Information des IMoD bei den Luftstreitkräften als komplementäre Fähigkeit in Israels mehrschichtiges Luftverteidigungs-Array integriert werden. Dort soll es mit den vorhandenen Systemen Iron Dome, Davids Sling und Arrow zusammenwirken.

Die Entwicklung des Systems erfolgte in Zusammenarbeit der F&E-Einheit des Ministeriums mit dem Hauptauftragnehmer Rafael. Weitere Partner sind u.a. Elbit Systems, das für die Laserquelle verantwortlich ist, der Sensorhersteller SCD (Semiconductor Devices) und der Anlagenbauer Shafir Systems.

100 kW-HELWS gegen RAM, Marschflugkörper und UAV

Aus Sicht des IMoD stellt das Iron Beam-System einen globalen  technischen Durchbruch dar – ein Hochleistungs-Lasersystem, das verschiedenen Luftbedrohungen entgegenwirken soll. Das System verfüge über eine fortschrittliche Laserquelle und ein einzigartiges elektro-optisches Zielsystem. Damit könne ein großes Spektrum an Zielen in einem erweiterten Entfernungsbereich mit maximaler Präzision und höherer Effizienz bekämpft werden. Hauptvorteil des Lasersystems seien die geringen Kosten für den Bekämpfungsvorgang.

Rafael beschreibt Iron Beam als das erste System seiner Art mit einem 100-kW-HELWS (High Energy Laser Weapon System) als Luftverteidigungseffektor. Das System bekämpfe und neutralisiere eine Vielzahl von Luftbedrohungen wie RAM (Rocket, Artillery and Mortar, Raketen, Artillerie- und Mörsermunition), Marschflugkörper und UAV mit höchster Präzision in Entfernungen von bis zu zehn Kilometer. Dank schneller Zielerfassung sei es in der Lage, auch Schwärme angreifender Drohnen zu bekämpfen.

Geringe Kosten pro „Schuss“, minimale Kollateral- und Umweltschäden

Der mit elektrischer Energie betriebene Hochleistungslaser kann praktisch unbegrenzt „schießen“ und verursacht nahezu keine Kosten pro Abfangvorgang. Durch die Fokussierung auf einen bestimmten Punkt einer Bedrohung aus der Luft kann diese innerhalb von Sekunden neutralisiert werden. Diese Präzision gewährleistet minimale Kollateral- und Umweltschäden.

Iron Beam kann als eigenständige Einheit betrieben, in eine Vielzahl von Plattformen integriert und in ein mehrschichtiges Luftabwehrsystem integriert werden.

Gerhard Heiming