Nach Billigung durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages am 17. Dezember hat das BAAINBw mit dem niederländischen Fahrzeughersteller Defenture einen Rahmenvertrag über 80 Gefechtsplattformen für Spezialkräfte abgeschlossen, und 49 Einheiten auf Festbestellung sofort abgerufen. Der Vertrag ist mit rund 100 Millionen Euro dotiert. Die Festbestellung gliedert sich in 34 Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeuge Spezialkräfte (AGF-2) und acht mittlere taktische Unterstützungsfahrzeuge Kommando Spezialkräfte (UFK). Acht AGF-2 sollen mit einer 20mm-Maschinekanone ausgerüstet und damit zum Feuerunterstützungsfahrzeug werden. Als Auslieferungsbeginn wurde 2027 vereinbart.

Die neuen Gefechtsplattformen für das Kommando Spezialkräfte wurde auf Basis des Mammoth von Defenture entwickelt. (Foto: Defenture)

Erfolgreiche Testkampagne

Nach Information von Defenture wurden die AGF-2 für die Aufgaben Kampf und Aufklärung und UFK für die taktische Unterstützung als Spezialkonfigurationen in Zusammenarbeit mit dem Kommando Spezialkräfte (KSK) entwickelt. Bereits 2024 seien vier mobile Testplattformen ausgeliefert worden. Das KSK und Defenture haben den Angaben zufolge weltweit umfangreiche Systemtests unter verschiedenen klimatischen Bedingungen und Geländeverhältnissen durchgeführt, darunter in Höhenlagen, Wüsten, der Arktis und im Dschungel. Während dieses Prozesses haben beide mobilen Plattformen ihre volle Einsatzfähigkeit in den anspruchsvollsten Geländetypen und unter extremen Wetterbedingungen unter Beweis gestellt und damit ihre Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit bestätigt.

Internationales Entwicklungsteam

Die neuen Gefechtsplattformen für das KSK seien vollständig an die Anforderungen der modernen Kriegsführung angepasst und verfügen über integrierte C4ISR-Fähigkeiten für nahtlose Führung, Kontrolle, Kommunikation, Aufklärung, Überwachung und Aufklärung, schreibt Defenture weiter. Die Plattformen seien speziell auf die weiteren operativen Anforderungen ihrer Nutzer zugeschnitten und verfügen über optimierte Speicherlösungen und integrierte Systeme für missionskritische Ausrüstung, darunter Waffen, Ausrüstung für Bediener und andere wichtige Gegenstände. Für die Entwicklung der Integration von Primär- und Sekundärwaffen arbeitete Defenture mit führenden Rüstungspartnern wie Sima-Innovation, Dillon Aero, KNDS France und Fjord Defence zusammen. SurCom International ist der führende Partner bei der Integration des gesamten IT-Systems.

Allradgetrieben und allradgelenkt

Der Mammoth, die Basis von AGF-2/UFK, ist ein 8,8 Tonnen schweres allradangetriebenes Fahrzeug mit Allradlenkung und einem 200 kW-Dieselmotor. 3,5 Tonnen Nutzlast kann das Fahrzeug tragen für Missionsausrüstungen wie Waffen, Aufklärungs- und Kommunikationssysteme sowie optionale Bewaffnung.

„Das AGF-2 ist mit seiner Agilität, Geschwindigkeit und Vielseitigkeit eine einzigartige Plattform. Das Vertrauen, das der Deutsche Bundestag, die Bundeswehr und das KSK in unsere Lösungen setzen, unterstreicht die Bedeutung eines europäischen Ansatzes bei der Beschaffung von Verteidigungsgütern. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem KSK beim Bau und der Lieferung dieser fortschrittlichen Plattformen“, sagte René de Wit, CEO von Defenture:

Gerhard Heiming