Das BAAINBw hat am 15. Dezember aus dem Rahmenvertrag vom Dezember 2023 die als Option vereinbarten 20 leichten Kampfhubschrauber H145M abgerufen. Das deckt den Bedarf der Bundeswehr für den Ausbau der neuen Flotte sowie für die Aus- und Weiterbildung, schreibt das Beschaffungsamt in seinem WhatsApp-Kanal.
In dem Rahmenvertrag hatte die Bundeswehr mit Airbus Helicopters die Lieferung von 82 leichten Kampfhubschraubern (LKH) vereinbart, von denen 62 bei Vertragsschluss fest beauftragt wurden. Die Auslieferung hat im November 2024 begonnen und soll bis 2028 abgeschlossen werden. Die jetzt abgerufenen 20 Hubschrauber sollen bis 2030 geliefert werden.

H145M in drei Versionen
Die mehrrollenfähigen Hubschrauber werden mit Missionsausrüstungen für die Rollen Kampf (39 Stück), Ausbildung/Professionalisierung (33 Stück) und SOF (Special Operation Forces, zehn Stück) geliefert. Damit werden 72 LKH vom Heer betrieben und zehn von der Luftwaffe für den Bedarf der Spezialkräfte.
In der Basisversion sind die Hubschrauber mit dem Waffenmanagementsystem H-Force ausgestattet, das eine Bewaffnung nach Maß mit entsprechenden Aufklärungs- und Feuerleitsystemen ermöglicht. Durch verschiedene Rüstsätze – wie zum Beispiel ballistischer Schutz, Selbstschutzanlagen oder auch leistungsfähige Aufklärungssensoren – ist der Hubschrauber multifunktional dort einsetzbar, wo für die Bundeswehr schnelle Reaktionszeiten und Präzision gefragt sind, schreibt das BAAINBw.
Der militärische Mehrzweckhubschrauber H145M bietet ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten. Nach Informationen von Airbus kann der Hubschrauber innerhalb weniger Minuten von einer leichten Angriffsrolle mit axialen ballistischen und Lenkwaffen und einem hochmodernen Selbstschutzsystem in eine Spezialeinsatzversion mit schneller Abseilausrüstung umgerüstet werden. Zu den umfassenden Einsatzpaketen gehören Hebe- und Außenlastfähigkeiten.

H145M im internationalen Einsatz
Der H145M ist die militärische Version des bewährten leichten zweimotorigen Hubschraubers H145. Die weltweite Flotte der H145-Familie hat bei Streitkräften und Sicherheitskräften auf der ganzen Welt in anspruchsvollsten Missionen mehr als acht Millionen Flugstunden absolviert, schreibt Airbus. Die Bundeswehr setzt bereits H145-Hubschrauber für Spezialeinsätze und Such- und Rettungsmissionen ein. Die U.S. Army hat fast 500 Hubschrauber der H145-Familie unter dem Namen UH-72 Lakota in der Nutzung, die mehr als 1,5 Millionen Flugstunden absolviert haben.
Als weitere militärische Betreiber der H145-Familie nennt Airbus Ungarn, Serbien, Luxemburg, Thailand, Ecuador, Honduras und Zypern. Zu den jüngsten Bestellungen gehören 17 H145M für Belgien, sechs für Brunei und vier für Irland.
Technische Ausstattung des H145M
Der H145M wird von zwei Safran Arriel 2E-Triebwerken angetrieben und ist mit einer volldigitalen Triebwerkssteuerung (Full Authority Digital Engine Control, FADEC) ausgestattet. Darüber hinaus verfügt der Hubschrauber über die digitale Avionik-Suite Helionix, die neben einem innovativen Flugdatenmanagement auch einen leistungsstarken 4-Achsen-Autopiloten umfasst, der die Arbeitsbelastung des Piloten während der Einsätze reduziert. Durch seine besonders geringe Geräuschentwicklung ist der H145M der leiseste Hubschrauber seiner Klasse.
Gerhard Heiming















