Rheinmetall hat am 10. Dezember die Übernahme der Muni Berka GmbH bekannt gegeben. Mit dem Spezialisten im Bereich der Munitionsdelaborierung und -lagerung will Rheinmetall die konzerneigenen Lagerkapazitäten signifikant erhöhen. Der Bedarf im Konzern ist durch deutlichen Aufwuchs der Produktion bei Munition und Komponenten angestiegen.

Zwischenlager für neuproduzierte Munition

Mit dem Zukauf ist Rheinmetall unmittelbar in der Lage, mehr als eine Million 155mm-Projektile oder 500.000 Stück 155mm „Full Shot“ dauerhaft einzulagern. Zum Full Shot gehören Projektile, Zünder, Primer und Treibladungsmodule. Dieser Aufwuchs ist insbesondere auch im Zusammenhang mit dem neuen Werk Niedersachsen am Standort Unterlüß, wo zukünftig bis zu 350.000 Artilleriegranaten pro Jahr hergestellt werden sollen, erforderlich, schreibt Rheinmetall. Die strategische Intention sei dabei auch, den Anforderungen an die Versorgungssicherheit Deutschlands mittels inländischer Wertschöpfung gerecht werden zu können.

Zudem werden mit dem Zukauf die Kapazitäten für die Entsorgung und das Recycling von Sprengstoffen ausgeweitet. Die Entwicklungs- und Forschungsexpertise des Konzerns im Bereich Explosivstoffe, Zünder und Pyrotechnik wächst an.

Mit der Liegenschaft von MuniBerka in Ochtrup wird die Lagerkapazität im Rheinmetall-Konzern deutlich erhöht. (Foto: Dietmar Rabich Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0)

Zentraler Lagerort für Munition aus deutscher und spanischer Produktion

„Zur Sicherung der strategischen Souveränität Deutschlands im Bereich der Munitionsherstellung schaffen wir in Unterlüß/ Niedersachsen eine nationale Produktionsstätte, die vor allem die Versorgung der Bundeswehr sicherstellen wird. Indem wir nun auch die erforderlichen Lagerkapazitäten erheblich erweitern, investieren wir ein weiteres Mal für die Sicherheit und die Verteidigungsfähigkeit unseres Landes sowie der Partnerstaaten“, sagte Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG.

Muni Berka unterhält neben Dietersdorf einen Standort in Ochtrup (Nordrhein-Westfalen). Die vorhandene Infrastruktur ermöglicht Rheinmetall eine direkte Ausschöpfung der erworbenen Kapazitäten ohne Zeitverlust und weitere Folgeinvestments. Mit Ochtrup als großem Standort in Nordrhein-Westfalen und einem weiteren Werk in Deutschland fügen sich die übernommenen Standorte der Muni Berka nahtlos in das Produktionsnetzwerk von Rheinmetall ein. Selbst die Produktion aus Spanien kann hier gelagert werden. Hier verfügt Rheinmetall seit dem Zukauf von Expal Munitions im August 2023 über sieben operative Standorte. Rheinmetall plant, bis 2030 bis zu rund 1,5 Millionen Artilleriegeschosse pro Jahr zu produzieren.

Behördlicher Vorbehalt

Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen.

gwh