Zwanzig Jahre nach Auslieferung des ersten Raketenartilleriesystems HIMARS an die U.S. Army hat Lockheed Martin Anfang November das 750. System an den Nutzer übergeben. HIMARS steht für High Mobility Artillery Rocket System. „HIMARS verkörpert alles, was moderne Feuerwaffen erfordern – Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Überlebensfähigkeit“, sagt Carolyn Orzechowski, Vizepräsidentin von Lockheed Martin Precision Fires Launchers and Missiles.

Strategischer Transport als Auslegungskriterium
Mit nur 16 Tonnen Gefechtsgewicht auf einem 6×6-Radfahrzeug kann HIMARS in Transportflugzeugen wie Lockheed C-130 Hercules oder Boeing C-17 Globemaster III (zwei Stück) schnell weltweit verlegt werden. Für die taktische Verlegung kann die Höchstgeschwindigkeit von 94 km/h genutzt werden.
HIMARS ist mit einem Werfer für sechs Raketen (M26, GMLRS und GLSDB) oder zwei Precision Strike Missile (PrSM)-Kurzstreckenraketen oder eine ATACMS-Kurzstreckenrakete mit Reichweiten zwischen 35 und 300 Kilometern ausgestattet.
Lockheed Martin hat die Produktionskapazität für HIMARS in seinem Werk in Camden von 48 auf 96 Abschussvorrichtungen pro Jahr ausgebaut.
„HIMARS wurde entwickelt, um sich zu bewegen, zu schießen und zu überleben – und es wurde entwickelt, um zu wachsen“, so Orzechowski. „Wir arbeiten Hand in Hand mit der U.S. Army, um sicherzustellen, dass das System auch in den nächsten zehn Jahren und darüber hinaus mit neuen Bedrohungen Schritt halten kann.“
Internationale Nutzung
Heute betreiben 14 Partnerländer HIMARS und erweitern damit die Interoperabilität und Abschreckung in Europa und im Indopazifikraum. In Europa zählen dazu Estland (sechs Systeme), Polen (18), Rumänien (54) und die Ukraine (20). Die USA selber verfügen über mehr als 400 Systeme.
Deutschland nutzt das Multiple Launch Rocket System (MLRS) unter dem Namen Mittleres Artillerieraketensystem (MARS), das auf einem Kettenfahrgestell aus zwei Werfern die gleichen Raketen wie HIMARS verschießen kann. Das MARS ist die europäische Variante des MLRS M270, das Ausgangspunkt für die Entwicklung des HIMARS war.
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