Die Waffen schweigen jetzt im Gazastreifen – zumindest meistens. Der 20-Punkte Plan von US-Präsident Donald Trump fand Zustimmung bei den wichtigsten Akteuren. Nun geht es an die Umsetzung. Parallel arbeiten die Diplomaten an den verbliebenen Baustellen: Hisbollah, Syrien, Iran. Die Ausweitung der „Abraham Accords“, also das Normalisierungsabkommen zwischen bislang vier arabischen Staaten – den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Sudan und Marokko – und Israel, könnte mit neuen Unterzeichnern wieder mit Leben gefüllt werden und so zur dringend notwendigen Stabilisierung der Region beitragen. Kasachstan beabsichtigt, im Dezember beizutreten. Präsident Tokajew spricht von einem „bescheidenen Beitrag zu dem, was derzeit im Nahen Osten geschieht“ („a modest contribution to what is happening in the Middle East“).

Politik
Noch vor einem Jahr hatten die USA ein Kopfgeld von zehn Millionen Dollar auf den damaligen Führer der Al-Qaida Splittergruppe „Hay’at Tahrir al-Sham“ (HTS), Ahmed Al-Sharaa, ausgesetzt. Am 10. November traf nun derselbe Mann als syrischer Interimspräsident US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Nach der ersten Wahl nach dem Fall des Assad Regimes im Dezember 2024 bemüht sich Al-Sharaa, dem bürgerkriegsgeschundenen Land wieder ein Mindestmaß an Stabilität zu geben und internationale politische und wirtschaftliche Unterstützung für Syrien zu gewinnen. In Washington hoffte er daher auf die US-Unterstützung für die Aufhebung der UN-Sanktionen gegen Syrien. Dafür trat Damaskus offiziell der US-geführten internationalen Koalition im Kampf gegen den Islamischen Staat bei. Besonders im Bereich Nachrichtengewinnung, auch um das IS-Gefangenenlager al-Hol, bedeutet dieser Schritt einen Gewinn für die Koalition. Bereits im Vorfeld führte die syrische Armee über 60 Razzien gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) durch und verhaftete mehr als 70 Personen. Das zweistündige Gespräch zwischen Al-Sharaa und Trump, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, endete mit der Erlaubnis, die syrische Botschaft in Washington wieder in Betrieb zu nehmen.
Wirtschaft
Im Oktober bewegte sich der Rüstungsmarkt im Nahen Osten. Bagdad denkt über eine Alternative zum teuren amerikanischen M1A1M Abrams Panzer nach. Vor allem vor dem Hintergrund des Abzugs der US-Truppen könnte die Wahl auf den südkoreanischen K2 Black Panther fallen. Die aufgrund des Krieges in der Ukraine mangelnde logistische Unterstützung für die noch genutzten russischen T-72 und T-90 Panzer war ein weiteres Argument für den möglichen Kauf von 250 südkoreanischen K2-Kampfpanzern. Bagdad scheint außerdem an der K9-Haubitze und dem K239 Chumno MLRS System interessiert zu sein. Aktuell produziert Seoul jährlich 120 Panzer des Typs K2 für Polen, welches bis zu 1.000 Stück abnehmen könnte.
Im Oktober erhielt das Land an Euphrat und Tigris die letzten der vorgesehenen 15 amerikanischen Bell 505 Trainingshubschrauber. Der Irak hofft, mit den modernen Fluggeräten einen substantiellen Qualitätsgewinn in der Ausbildung seiner Piloten zu erlangen.
Ägypten erhielt im Oktober drei weitere Rafale Kampfflugzeuge des französischen Herstellers Dassault. Die Maschinen sind Teil des 2021 geschlossenen Vertrags über 30 Maschinen im Wert von fast vier Milliarden Euro. Damit käme Kairo auf insgesamt 54 Rafale. Der erste Vertrag von 2015 beinhaltete 24 Rafale.
Militär
Ebenfalls im Oktober kündigte das Pentagon den Aufbau einer katarischen Luftwaffenbasis in Idaho an. Während des Besuchs des katarischen Verteidigungsministers Saoud bin Abdulrahman al-Thani bei seinem US-Counterpart Pete Hegseth sprach letzterer von „just another example of our partnership“. Auf der Mountain Home Air Force Base in Idaho werden demnach künftig katarische Piloten auf F-15 Kampfflugzeugen trainieren und ihre Interoperabilität steigern können. Das 12.000 Kilometer entfernte Golfemirat ist ein wichtiger US-Partner in der Golf-Region. Erst vor wenigen Wochen hatte Präsident Trump eine Sicherheitsgarantie für Katar unterzeichnet, nachdem israelische Streitkräfte Hamas-Führer in Doha angegriffen hatten.
H.M. Lawrence















