Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages behandelt am 3. Dezember das „Entwicklungs- und Beschaffungsvorhaben zur Überwachung großer Räume an der NATO-Ostflanke mit der Künstlichen Intelligenz URANOS KI“ im Rahmen einer 25-Millionen-Euro-Vorlage.
Die Bundeswehr will die Erfassung und Analyse von Aufklärungsdaten auf der taktischen Ebene durch ein übergreifendes System mit Künstlicher Intelligenz auf eine neue Ebene heben. Im ersten Ansatz geht es darum, die Überwachung großer Räume an der NATO-Ostflanke auf Bataillonsebene zu unterstützen und einen Schritt zum gläsernen Gefechtsfeld zu tun. Im Projekt URANOS KI sollen Sensoren, Effektoren und Führungssysteme in einer ultra-reaktionsfähigen Aufklärungs- und Netzwerk-Operations-Suite zusammengeführt werden, um große Räume mit weniger Personal überwachen zu können.
Ausbau des Aufklärungs- und Wirkverbundes mit KI-basierten Services
Mit KI-basierten Services sollen bestehende Sensor-Entscheider-Effektor-Ketten auf taktischer Ebene optimiert werden. Die großen Mengen an Sensordaten, die Sensoren von Plattformen aus der Luft oder am Boden liefern, sollen intelligent fusioniert werden, um Informationsüberlegenheit auf Gefechtsfeld zu erzielen. Ziel ist es, hierfür eine Anfangsbefähigung in der Panzerbrigade 45 in Litauen im Zeitraum 2026 bis 2028 zu schaffen.
Für den schnellen Ausbau des Aufklärungs- und Wirkverbundes sollen zwei Auftragnehmer unabhängig voneinander Systemkonzepte entwickeln und mit marktverfügbaren Einzelsystemkomponenten zu einem Gesamtsystem integrieren. Zum System gehören die Basisstationen mit KI-gestütztem Informations- und Führungssystem und Bedienerschnittstellen, das Kommunikationsnetzwerk, die luft- und bodengestützten Sensoren sowie Peripherie- und Logistikelemente.
Prüfung und Inbetriebnahme bis 2028
Nach Abnahme- und Einsatzprüfung durch die Bundeswehr sind von jedem Auftragnehmer insgesamt vier vollständige Systeme zu produzieren und bis Mitte 2027 zu liefern. Dann beginnt eine Weiterentwicklungsphase beim Nutzer, möglicherweise in Litauen, die Mitte 2028 abgeschlossen werden soll.
Unabhängig von den Ergebnissen der Weiterentwicklungsphase ist als Option die Beschaffung von bis zu zehn weiteren Systemen pro Auftragnehmer und eine größere Anzahl von Teilsystemen nebst Zubehör vorgesehen. Die Lieferung soll bis Mitte 2028 erfolgen.
Systemoffener Ansatz für den Ausbau des Aufklärungs- und Wirkverbunds
Zwei Konsortien wurden für URANOS-KI ausgewählt: Airbus Defence and Space mit Quantum Systems, B&W International sowie Lateration und Helsing Germany mit Alpine Eagle und ARX Robotics. Das Auftragsvolumen für beide Konsortien ist, wenn alle Optionen genutzt werden, mit bis zu 136,2 Millionen Euro veranschlagt.
Die Unternehmen sollen einen systemoffenen Ansatz realisieren, der den Austausch von Einzelkomponenten und die Erweiterung des Gesamtsystems um weitere Fähigkeiten oder Bausteine erleichtern soll. Die Bundeswehr will sich die Möglichkeit zum weiteren Ausbau des Aufklärungs- und Wirkverbunds schaffen.
Gerhard Heiming







