Im Rahmen der Digitalisierung des Heeres müssen auch die Kommunikationssysteme des Gefechtsübungszentrums Heer (GÜZ) in die Lage versetzt werden, mit den digital ausgerüsteten Gefechtsfahrzeugen zu kommunizieren. Die zentrale Ausbildungseinrichtung der Landstreitkräfte, in der vor allem die Kampftruppe in der höchsten Ausbildungsstufe trainiert und zertifiziert werden, erhält Führungs- und Kommunikationseinrichtungen nach dem Standard D-LBO (Digitalisierung Landbasierte Operationen), der derzeit in die Landfahrzeuge eingerüstet wird.

Das BAAINBw hat Rheinmetall beauftragt, für knapp 61 Millionen Euro das Vorhaben D-LBO auch in das GÜZ zu integrieren. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte das Vorhaben am 8. Oktober gebilligt. Wie Rheinmetall am 19. November mitgeteilt hat, sollen die ersten Leistungen noch in 2025 erbracht werden. Bis Anfang 2028 soll die Integration abgeschlossen sein.

Die Gefechtsfahrzeuge des GÜZ, die Übungsstadt Schnöggersburg und alle Simulationselemente einschließlich der Zentrale müssen für D-LBO befähigt werden. (Foto: Bundeswehr Tom Twardy)

Ausbildungsniveau im GÜZ auf einem neuen Level

Nach Angabe von Rheinmetall soll im Rahmen des Vorhabens insbesondere der neue digitale Sprechfunk in das Gefechtsübungszentrum integriert werden. Zudem sollen alle Daten, die über das Battle Management System bereitgestellt werden, in der Übungsleitungszentrale des Gefechtsübungszentrums abgebildet werden können. Hierzu werde die vorhandene IT-Infrastruktur umfangreich erneuert und erweitert. Als weitere Vertragsbestandteile nannte das Unternehmen den Aufbau einer neuen Breitband-Funkinfrastruktur mittels 5G-Technologie sowie die Anbindung der Software „Tactical Core“ der Rheinmetall-Tochter Blackned an die vorhandene Kommunikations-Infrastruktur.

Mit Abschluss des Vorhabens wird das Ausbildungsniveau im Gefechtsübungszentrum Heer (GÜZ) auf ein neues Level gehoben. Schon heute bietet die Ausbildungsstätte die Möglichkeit, Sprache und Position in der zentralen Auswertesoftware darzustellen. Zusätzlich werden nun auch alle digitalen Führungsprozesse der in der Bundeswehr eingeführten Systeme „Sitaware Frontline“ und „HQ“ in der zentralen Software für die Ausbildung aufbereitet. Übungen können so für alle Beteiligten noch umfassender ausgewertet werden.

Umfassende Aufträge für D-LBO

Bereits Ende 2024 hatte Rheinmetall im Bereich der Digitalisierung der Bundeswehr mehrere Großaufträge gewonnen. Darunter sind insbesondere der Auftrag zur Integration der IT-Systeme in alle Fahrzeuge und Plattformen der Landstreitkräfte im Rahmen von D-LBO sowie der Aufbau und der Betrieb des „Tactical Wide Area Network for Land Based Operations“ (TaWAN LBO). Zudem ist Rheinmetall mit der Lieferung von Soldatensystemen zur Digitalisierung infanteristischer Kräfte beauftragt. Der aktuelle Auftrag bildet in diesem Kontext einen weiteren Meilenstein und macht die zentrale und europaweit einzigartige Ausbildungseinrichtung des deutschen Heeres „D-LBO-ready“.

gwh