Mit der erneuten Abgabe von Patriot-Feuereinheiten an die Ukraine seit Mitte des Jahres ist der Bestand in der Bundeswehr soweit abgesunken, dass Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der Abgabe unter der Bedingung zugestimmt hat, dass die USA die schnellstmögliche Ersatzlieferungen aus der laufenden Produktion noch in diesem Jahr zusichert.
Übernahme erster Systemkomponenten Patriot
Das Beschaffungsamt der Bundeswehr hat einer Mitteilung vom selben Tag zufolge am 19. November in Andover (USA) erste Komponenten der neu bestellten Flugabwehrraketensysteme vom Typ Patriot von der Firma Raytheon übernehmen können. In einem ersten Schritt habe die Firma zwei Gefechtsstände zur Integration der neuen Systeme in die vorhandene Patriot-Flotte ausgeliefert.
Die Auslieferung der übrigen Waffensysteme folgt zu einem späteren Zeitpunkt, sodass der Luftwaffe in den kommenden Jahren zusätzliche Feuereinheiten zur Verfügung stehen.

Patriot für die Ukraine
Die Bundeswehr hat mindestens drei und die USA mindestens eine Feuereinheit Patriot an die Ukraine abgegeben, die dort erfolgreich zum Schutz der ukrainischen Bevölkerung und von kritischer Infrastruktur vor russischen Luftangriffen eingesetzt werden. Da die notwendige Abdeckung damit nicht erreicht werden kann, ist die Bereitstellung weiterer bis zu vier Systeme in Vorbereitung. An der Finanzierung ist auch Deutschland beteiligt.
Zusammenwirken der Systemkomponenten
Nach der Beschreibung vom BAAINBw dient das Flugabwehrraketensystem Patriot („Phased Array Tracking Radar to Intercept on Target“) der Bekämpfung von Drohnen und Flugzeugen, ballistischen Raketen und Marschflugkörpern. Ein Komplettsystem, auch als Feuereinheit bezeichnet, besteht aus mehreren mobilen Einzelkomponenten: einem Gefechtsstand, einem Multifunktionsradargerät, den Startgeräten mit Lenkflugkörpern, einer Antennenmastanlage sowie Stromversorgungseinheiten.
Der Feuerleitstand überwacht und steuert das Radargerät und die Startgeräte. Ziele werden vom Radargerät übermittelt, vom Computer analysiert und den Soldaten angezeigt. Sie erhalten eine Bedrohungsanalyse, verifizieren den Computervorschlag und leiten die Bekämpfung ein. Die Antenne ist eine phasengesteuerte Antenne, die mit Strahlschwenkung arbeitet. Diese elektronische Schwenkung der Antenne ist flexibler als eine mechanische. So kann der durch das Radar abgedeckte Luftraum beliebig nach Flugobjekten abgetastet und priorisiert werden. Der Abschuss der Abwehrraketen erfolgt aus der mobilen Startstation, dem sogenannten Launcher.
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