Der Technologiekonzern Rohde & Schwarz beteiligt sich am jungen Unternehmen Orbint GmbH, einem Spin-off der Universität der Bundeswehr München. Das geht aus einer Pressemitteilung vom 13. November hervor.  Beide Partner wollen zusammen neue Lösungen für die signalgestützte Aufklärung aus dem Weltraum entwickeln. Damit soll Deutschland und Europa langfristig unabhängiger und technologisch stärker im Raumfahrtbereich werden.

Orbint wurde 2025 von vier wissenschaftlichen Mitarbeitern der Universität gegründet: Alexander Schmidt, Simon Heine, Daniel Weinzierl und Winfried Stock. Das Start-up arbeitet an einem Satellitensystem, das verschiedene Signale fast in Echtzeit erkennen und orten kann. Die Verarbeitung der Daten findet direkt im Satelliten statt, was besonders schnelle Ergebnisse ermöglicht. Für Rohde & Schwarz ist die Beteiligung eine wichtige Erweiterung ihres bestehenden Angebots für Aufklärungstechnologien.

Start-up und Technologiekonzern ergänzen sich

Rohde & Schwarz sieht in der Zusammenarbeit eine große Chance: Moderne Aufklärung aus dem All wird immer wichtiger – und Orbint bringt das Spezialwissen aus der Forschung mit. Umgekehrt profitiert das junge Unternehmen vom Know-how und der Markterfahrung des Konzerns. Gemeinsam wollen beide Partner der Bundeswehr künftig eigene, nationale Lösungen bieten können, ohne von internationalen Anbietern abhängig zu sein.

Für Orbint war es wichtig, einen Partner zu finden, der nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch fachlich stark ist. Die Gründer betonen, dass Rohde & Schwarz mit seinen technischen Fähigkeiten und seiner Nähe zu Kunden und Anwendern den idealen Rahmen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der eigenen Technologie bietet.

Vom Forschungsprojekt zum Unternehmen

Orbint entstand aus der Kleinsatellitenmission SeRANIS, die im Rahmen von dtec.bw gefördert wurde. Dieses Projekt dient als „Labor im All“ und ermöglicht es, neue Kommunikations- und Aufklärungstechnologien direkt im Orbit zu testen. Die Universität der Bundeswehr München sieht Orbint als ein gutes Beispiel dafür, wie aus Forschung konkrete Anwendungen entstehen können.

Verantwortliche der Universität betonen, dass der schnelle Weg von der Idee zum Unternehmen zeigt, wie wichtig ein zügiger Technologietransfer ist – besonders bei sicherheitsrelevanten Projekten. Das Raumfahrt-Forschungszentrum SPACE hebt hervor, dass es nur fünf Jahre vom Forschungsbeginn bis zur Gründung gedauert hat, und sieht darin ein Modell für zukünftige Entwicklungen.

Die Partnerschaft verbindet wissenschaftliche Innovation und industrielle Erfahrung. Beide Unternehmen wollen dazu beitragen, moderne Technologien schneller zur Einsatzreife zu bringen und die technologische Unabhängigkeit Deutschlands im Weltraum auszubauen.

ck