Nach 20.000 Kilometern in sechs Tagen sind am Donnerstag (6. November, Ortszeit) die beiden Wunstorfer Militärtransporter vom Typ A400M auf der neuseeländischen Nordinsel angekommen. Die dritte und letzte Etappe über den Pazifik nach Ohakea war mit nur noch 2.500 Kilometern zugleich die kürzeste der gesamten Verlegung.

In Neuseeland wurden die beiden Maschinen vom Typ A400M des Lufttransportgeschwaders (LTG) 62 und ihre Besatzungen herzlich willkommen geheißen. Eine besondere Ehre war eine Begrüßungszeremonie inklusive eines „Haka“, eines traditionellen rituellen Tanzes der Māori. Vorab galten für Crews und Flugzeuge strenge Einreisebestimmungen.

In Neuseeland stößt noch eine weitere A400M zu den deutschen Lufttransportern, außerdem eine A330 MRTT der Multinational Multi Role Tanker Transport Unit MMU aus Eindhoven und eine A321 der Flugbereitschaft, die die übrigen Techniker und Bodenmannschaften aus Deutschland mitbringt.

Die gemeinsamen Übungsziele mit den Neuseeländern

Nun geht es weiter zur Luftwaffenbasis Woodbourne der Royal New Zealand Air Force (RNZAF) bei Blenheim auf der Südinsel. Ab dem 10. November steht gemeinsames Training mit den Neuseeländern auf dem Programm. Die jeweiligen Übungsmissionen finden in enger Zusammenarbeit mit der No. 40 Squadron aus Auckland und deren fünf C-130J-30 Super Hercules statt.

Der Base Commander von Okahea, Group Captain Pete Gibson (li.), empfängt den Kommodore des LTG 62, Oberst Markus Knoll, noch am Flugzeug.

Zu den gemeinsamen Übungszielen gehören Formationsflüge, Tiefflüge, Absetzen von Fallschirmspringern und Lasten im taktischen Tiefflug. Zudem werden gemeinsam mit der neuseeländischen Armee in Waiouru Bodentruppen mit Ausrüstung und Vorräten aus der Luft versorgt und das Absetzen von Fallschirmjägern von der RNZAF-Basis Whenuapai in Auckland trainiert.

Die Trainingspartner haben für ihre gemeinsamen Übungseinheiten einen ehrgeizigen Titel gewählt: „Tūhono Rangi“ heißt übersetzt „Connecting Skie“, zu Deutsch: Verbundene Himmel.

„Einzigartige Trainingsmöglichkeit für alle Beteiligten“

All dies geschieht in der herausfordernden Landschaft der Südinsel, auf der sich weitläufige Ebenen und hochalpine Umgebungen abwechseln. „Der Besuch der deutschen Luftwaffe ist eine einzigartige Trainingsmöglichkeit für alle beteiligten Kräfte, um das Zusammenwirken weiterzuentwickeln und Beziehungen zu einem bedeutenden NATO-Staat aufzubauen“, sagte Air Commodore Andy Scott, Air Component Commander der RNZAF.

Oberst Markus Knoll, Kommodore des LTG 62, ist aus Wunstorf mit seinen A400M hergeflogen: „Wenn wir es schaffen, unsere taktischen Fähigkeiten in Neuseeland zu projizieren, dann schaffen wir es überall auf der Welt. Wer das in Neuseeland kann, der kann das auch an der NATO-Ostflanke oder wo auch immer wir gebraucht werden.“ Nach zwei Wochen Übung geht es zurück nach Wunstorf, wo die deutschen Transportflieger am 1. Dezember eintreffen sollen.

Stefan Bitterle