Die Direktion für Landstreitkräfte (Direzione Armamenti Terrestri, DAT) der Nationalen Rüstungsdirektion (Direzione Nazionale Armamenti, DNA) Italiens hat bei Leonardo Rheinmetall Military Vehicles (LRMV) ein erstes Los mit 21 Schützenpanzern bestellt, teilte Rheinmetall am 5. November mit. Die Schützenpanzer gehören zum Armoured Army Combat System (A2CS) Programm des italienischen Heeres, in dem 1.050 Schützenpanzer in fünf Varianten beschafft werden sollen.

„Dieser erste gemeinsame Auftrag nach der Entscheidung für ein Joint Venture zwischen Rheinmetall und Leonardo ist ein wichtiger Meilenstein. Er bringt die beiden Unternehmen sowie zwei der größten Länder Europas näher zusammen“, sagte David Hoeder, Executive Chairman von Leonardo Rheinmetall Military Vehicles.

Laurent Sissmann, CEO von Leonardo Rheinmetall Military Vehicles ergänzte: „Wir freuen uns, diesen ersten Schritt der industriellen Synergie zwischen Leonardo und Rheinmetall bekannt zu geben. Wir werden Seite an Seite arbeiten, um hochmoderne gepanzerte Fahrzeuge zu liefern, die in modernen Einsatzszenarien eingesetzt werden können.“

Auslieferung erster Schützenpanzer noch in diesem Jahr

Die Schützenpanzer werden von LRMV auf der Basis des Schützenpanzers Lynx KF-41 entwickelt. Die ersten fünf Fahrzeuge sind mit einem Lance-Turm von Rheinmetall ausgestattet. Die weiteren 16 Panzer sind neu konfiguriert und kommen bei gleichem Fahrgestell mit dem 30-mm-Hitfist-Turm von Leonardo.

Ein Schützenpanzer Lynx KF 41aus ungarischer Produktion war zu Tests in Italien. Die ersten jetzt Schützenpanzer werden ähnlich konfiguriert sein. (Foto: Rheinmetall)

Die Vereinbarung umfasst Rheinmetall zufolge eine Umrüstung der gesamten Flotte auf die letztgenannte Konfiguration, ein umfassendes Servicepaket, Schulungs- und Simulationssysteme zur besseren Ausbildung der Besatzungen sowie 30 zusätzliche optionale Fahrzeuge. Es handele sich um vollständig digitalisierte Fahrzeuge der neuesten Generation, die auf der Integration bester marktverfügbarer Technologien basieren und in einem Multidomain-Kontext interoperabel agieren können.

Erste Schützenpanzer werden noch in diesem Jahr ausgeliefert.

LRMV auf dem Weg zum europäischen Marktführer

Durch die Gründung des Joint Ventures zwischen Leonardo und Rheinmetall soll ein neuer europäischer Marktführer für die Entwicklung und Produktion von militärischen Kampffahrzeugen in Europa entstehen, schreibt Rheinmetall. Die Rheinmetall AG und Leonardo SpA sind zu gleichen Teilen (jeweils 50 Prozent) Anteilseigner des neuen Unternehmens Leonardo Rheinmetall Military Vehicles (LRMV) mit Sitz in Rom und operativer Zentrale in La Spezia (Norditalien). LRMV ist für die industrielle Entwicklung und anschließende Vermarktung des neuen Kampfpanzers und der neuen Panzerfahrzeuge des Army Armoured Combat System (A2CS) verantwortlich.

Für das Joint Venture wurde eine 50:50-Aufgabenteilung vereinbart. 60 Prozent der Aktivitäten, das heißt Integration, Zulassungstests, Lieferaktivitäten und logistische Unterstützung, aber auch Anteile der Entwicklung und der Produktion, werden in Italien stattfinden. Dazu trägt Rheinmetall Italia bei.

gwh