Der Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie warnt nach Pekings Ausweitung der Exportkontrollen für Seltene Erden vor Risiken für Ausrüstungsvorhaben und Lieferketten. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, fügte China fünf weitere Elemente hinzu, erweiterte die Liste um Raffinationstechnologien und verschärfte die Lizenzpflicht teils auch für im Ausland hergestellte Produkte mit chinesischem Material oder Equipment. Dies geht aus einer Pressemitteilung des BDSV vom 16. Oktober hervor.
Forderungen der deutschen Rüstungsindustrie
Der Verband fordert beschleunigte Genehmigungen, mehr Recycling und den zügigen Aufbau europäischer Verarbeitungskapazitäten. Im Fokus stehen kurzfristige Versorgungssicherheit für wehrtechnische Schlüsselkomponenten sowie die mittelfristige Reduktion einseitiger Abhängigkeiten.
„Seltene Erden gibt es auch in Europa und sogar in Deutschland. Aber die Verarbeitung haben wir in der Vergangenheit gerne nach China ‚outgesourct‘, was nun nicht mehr funktioniert“, erklärt Dr. Hans Christoph Atzpodien, Hauptgeschäftsführer des BDSV. Europa verfügt zwar über relevante Vorkommen, doch Abbau und Aufbereitung lohnen sich bisher oft nicht. Gründe sind hohe Kosten im Vergleich zu Importen aus China, lange und komplexe Genehmigungsverfahren sowie lokale Umweltauflagen und Widerstände in betroffenen Gemeinden und Landkreisen, häufig getragen von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden.
Selbst bei großen Funden wie „Per Geijer“ in Schweden rechnen Betreiber mit zehn bis fünfzehn Jahren bis zum Produktionsstart. Fachstellen wie die Deutsche Rohstoffagentur erwarten zudem anhaltende Abhängigkeiten insbesondere bei schweren Seltenen Erden. „Hier braucht es zum Aufbau eigener Kapazitäten Beschleunigung und Ausnahmen bei der Genehmigungserteilung“, mahnt Atzpodien.
Abhängigkeiten in Zahlen
China dominiert die Verarbeitung Seltener Erden und setzt damit den Takt für globale Lieferketten. In der EU gingen die Importe 2024 auf rund 12.900 Tonnen zurück, etwa 30 Prozent weniger als 2023. Fast die Hälfte kam weiterhin aus China. Deutschland ist noch stärker gebunden: 65,5 Prozent der Einfuhren stammten 2024 aus China, weitere größere Anteile kamen aus Österreich und Estland. Die EU reagiert mit dem Critical Raw Materials Act. Ziel ist es, die Abhängigkeit von jeweils einem Drittstaat je kritischem Rohstoff bis 2030 auf unter 65 Prozent zu senken und Förderung, Verarbeitung sowie Recycling in Europa schneller auszubauen.
jf




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