Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am 8. Oktober 32 Millionen Euro für die Beschaffung von 40 leichten Luftlande-Einsatz- und Gefechtsfahrzeuge (EGF) sowie 14 -Unterstützungsfahrzeuge (UGF) sowie einen Satz Sonderwerkzeuge, einschließlich Mess-/Prüfmitteln und Diagnosetools (SdWzS) freigegeben. Damit kann das BAAINBw einen Rahmenvertrag über bis zu 150 EGF, 50 UGF und 45 SdWzS abschließen, aus dem die oben genannten Stückzahlen fest beauftragt werden dürfen.
Hinzu kommen Ersatzteilerstbedarf, Ausbildung und Dokumentation. Als Auftragnehmer wurde die Flensburg Technology System (FTS) ausgewählt, ein Joint der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft und der israelischen ELTA Systems, die die Fahrzeuge in Deutschland produziert.
EGF/UGF für Spezialkräfte
Die Fahrzeuge ergänzen die Ausstattung der Spezialkräfte mit bisher leichten luftlandefähigen Utility Terrain Vehicles (LLUTV) in der Zwei-Tonnen-Klasse und dem Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug (AGF) in der Zehn-Tonnen-Klasse. Die EGF/UTF sind für den Einsatz bei autarken Kommandooperationen in ungesichertem Terrain vorgesehen.
Die neuen 4×4-Fahrzeuge werden als hochmobil und geländegängig mit offenen Aufbau beschrieben. Das Konzept lässt keinen Schutz zu. Das EGF bietet Platz für drei Soldaten und ist mit einer Hauptlafette am Überrollbügel ausgestattet, die ein schweres oder ein leichtes Maschinengewehr bzw. einen 40-mm-Gramatwerfer aufnehmen kann. Das UGF mit zwei Sitzen und ohne Hauptlafette dient dem Materialtransport. Im Einsatz wird regelmäßig ein Verbund aus drei EGF und einem UGF gebildet.
Bundeswehr erhält neuen Fahrzeugtyp
Der Rahmenvertrag sieht vor, dass zwei EGF und ein UGF als Vorserienfahrzeug sowie der Muster-SdWzS 18 Monate nach Vertragsabschluss zu liefern sind. Das ist nach der Planung voraussichtlich im April 2027. Nach Serienfreigabe sollen die 51 Serienfahrzeuge bis Ende 2028 geliefert werden.
Mit dem EGF/UGF wird ein neuer Fahrzeugtyp in die Bundeswehr eingeführt. Basis ist die Z-Familie von ELTA, von denen Fahrzeuge bei den israelischen Streitkräften im Einsatz sind. Das Fahrzeugmuster ZD erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h, kann mit Transportflugzeugen C-130 beziehungsweise CH-53 transportiert und aus der Luft abgesetzt werden.
Gerhard Heiming










