Das Münchner Rüstungs-Startup Helsing steht kurz vor der Übernahme des australischen Meerestechnologie-Spezialisten Blue Ocean, wie aus einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 8. Oktober hervorgeht. Mit diesem Schritt will das Unternehmen die Entwicklung von autonomen Unterwasserplattformen vorantreiben.

Blue Ocean mit Sitz im australischen Bibra Lake ist auf die Entwicklung und den Betrieb autonomer Unterwasserfahrzeuge (AUV) spezialisiert. Durch die Integration in Helsing sollen die Hardware-Kompetenzen und Produktionskapazitäten von Blue Ocean mit der Künstlichen Intelligenz (KI) von Helsing kombiniert werden. Das gesamte Blue-Ocean-Team wird übernommen; die Standorte in Australien und Großbritannien bleiben erhalten.

KI trifft Unterwasserrobotik

Ziel der Übernahme ist es, die Entwicklung und Massenproduktion von autonomen Unterwasser-Systemen zu beschleunigen. Damit wollen Helsing und Blue Ocean Partnerstaaten – insbesondere in Europa und den AUKUS-Regionen (Australien, Großbritannien, USA) – einen technologischen Vorsprung zur See verschaffen.

Für Helsing ist der Schritt Teil einer Strategie, die auf KI-gesteuerte autonome Verteidigungssysteme setzt. Erst vor wenigen Monaten hatte das Unternehmen den autonomen Unterwasser-Gleiter SG-1 Fathom vorgestellt, der im Juli auf dem britischen Testgelände BUTEC erfolgreich erprobt wurde. Zudem kündigte Helsing kürzlich den Bau einer neuen „Resilience Factory“ in Plymouth an, für Investitionskosten von rund 410 Millionen Euro.

Autonome Unterwasserplattformen

Amelia Gould, General Manager Maritime bei Helsing, betont die Bedeutung des Zusammenschlusses: „Die Notwendigkeit eines intelligenten, autonomen Massenansatzes ist offensichtlich. Gemeinsam mit Blue Ocean können wir autonome Gleiter bauen, die für die Aufklärung und Überwachung unter Wasser einen großen Sprung nach vorn bedeuten. Der Zusammenschluss ist der logische nächste Schritt, um unser maritimes Angebot für Europa und die AUKUS-Partner zu stärken.“

Auch Mike Deeks, Managing Director der Blue Ocean Group, sieht großes Potenzial: „Wir verbinden unsere Technologie für autonome Unterwasserfahrzeuge mit Helsings beeindruckender KI-Datenverarbeitung. Das schafft effektive Fähigkeiten zur U-Boot-Abwehr und zur Überwachung großer Seegebiete – entscheidend für ein modernes Lagebild und den Schutz kritischer Infrastrukturen.“

Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch das Gericht sowie die australische Regierung.

ck