Zur Verbesserung der Seeraumüberwachung in Nord- und Ostsee hat die Naval Vessels Lürssen Group (NVL), die kürzlich von Rheinmetall übernommen wurde, ein neues Betreibermodell entwickelt, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung vom 22. September mitteilt. Unter dem Titel ISR as a Service by NVL (ISRaaS – Intelligence, Surveillance, Reconnaissance) sollen unbemannte Überwasserfahrzeuge (USVs – Unmanned Surface Vessels) eingesetzt werden, um Seegebiete zu überwachen und sicherheitsrelevante Daten zu erfassen.

Betrieb und Datennutzung

Im Rahmen des Modells übernimmt die NVL die Beschaffung, den Betrieb und die Wartung der USVs. Kunden, darunter Sicherheitsbehörden, NATO-Partnerstaaten oder Betreiber kritischer Infrastruktur, sollen dadurch von personellen und materiellen Aufwänden entlastet werden.

Die Boote werden in vorab festgelegten Gebieten eingesetzt. Mit Hilfe von Sensorik erfassen sie Daten, identifizieren Auffälligkeiten und liefern Informationen für ein Lagebild. Diese Daten laufen in einem NVL-Datenzentrum zusammen und können über Schnittstellen oder ein Kundenportal abgerufen werden.

Mit Hilfe von Sensorik erfassen die Plattformen Daten, identifizieren Auffälligkeiten und liefern Informationen für ein Lagebild. (Screenshot: NVL)

Einsatzbereiche

Das Modell richtet sich an staatliche und zivile Auftraggeber. Ziel ist es, Kapazitäten für die Überwachung von Schifffahrtsrouten und Offshore-Anlagen zu schaffen, ohne zusätzliche Ressourcen bei den Behörden zu binden. Nach Angaben der NVL soll ISRaaS innerhalb von zwölf Monaten nach Vertragsabschluss einsatzbereit sein.

Eine Weiterentwicklung des Modells könnte auch den Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Lagebilderstellung umfassen. Neben militärischen Anwendungen ist eine Nutzung beispielsweise für Offshore-Windparks oder Ölplattformen denkbar.

ck