Schiebel, der österreichische Hersteller des bekannten UAS Camcopter S100, hat auf der DSEI zwei bewaffnete Versionen des bisher u.a. für militärische Aufklärung genutzten Fluggeräts vorgestellt.

Die eigens für Entwicklung und Produktion bewaffneter Fluggeräte gegründete Schiebel Defence präsentierte die Versionen S-101 und S-301 des Camcopter. Wie Schiebel am 9. September mitgeteilt hat, leiten die Camcopter eine neue Ära der Innovation und der Präzisionsschlagfähigkeit für ein taktisches UAS ein.

Die bewaffneten Camcopter S-101 (hinten) und S-301 von Schiebel Defence. (Foto: Schiebel)

Für den militärischen Bedarf konstruiert

Die bewaffneten Camcopter bauen auf der Version S-100 auf, die in großen Stückzahlen weltweit sowohl an Land als auch auf See eingesetzt wird. Als Eigenschaften nennt Schiebel neben fortschrittlicher Leistung militärische Systemintegration, eingebettete künstliche Intelligenz und eine robuste Architektur. Diese seien speziell für die anspruchsvollsten Verteidigungsmissionen in Umgebungen mit mehreren Domänen entwickelt worden. Zudem seien die beiden Systeme so konstruiert, dass sie auch in umkämpften elektromagnetischen Umgebungen widerstandsfähig sind und selbst unter schwierigsten Bedingungen einsatzfähig bleiben.

Beim Zuschnitt der neuen Plattformen auf die besonderen Bedürfnisse der Streitkräfte lag der Schwerpunkt auf der Integration bereits in Nutzung befindlicher Raketen und Flugkörper, die sich gut für taktische Rotationsplattformen eignen. Ziel war, eine Wirkungsoption zu bieten, die dauerhafte und verteilt einen Einsatz auf Distanz gegen asymmetrische Bedrohungen ermöglicht.

Technische Details

Die Camcopter S-101 unterscheidet sich in den technischen Daten kaum von der eingeführten S-100. Bei einem Abfluggewicht von 200 kg beträgt die Nutzlast 50 kg. Die Flugdauer liegt zwischen fünf und – mit zusätzlichem Außentank – bis zu zehn Stunden.

Die S-301 ist von der größeren S-300 abgleitet, die Schiebel auf der Paris Air Show im Jahr 2025 vorgestellt hat. Mit 660 Kilo Abfluggewicht kann die S-301 Nutzlasten bis zu 340 Kilo tragen. Darin enthalten ist ein 300-Liter-Treibstofftank für eine Flugdauer von bis zu 24 Stunden. Für Sensoren und Bewaffnung stehen in dieser Konfiguration noch rund 50 Kilo zur Verfügung. Wird deren Anteil auf 250 Kilo erhöht, sinkt die mögliche Flugdauer auf etwa sechs Stunden.

Die Baureihe S-300 ist bei Schiebel noch in der Entwicklung. Nach Abschluss der Werkserprobungen ist der Produktionsbeginn für 2026 angekündigt.

Beispiele für die Bewaffnung

Schiebel präsentierte die S-101 mit einem Einfachwerfer für einen Lenkflugkörper und einem Optronik-Turm unter der Zelle und die größere S-301 mit zwei Fünffachwerfern für z.B. 70-mm-Raketen und zwei Optronik-Türmen unter der Zelle. Die Bewaffnungen sind als Beispiele zu werten. Zukünftige Nutzer können innerhalb der Gewichtsgrenzen die Bewaffnung weitgehend selbst bestimmen.

Gerhard Heiming