Rheinmetall und die norwegische Andøya Space wollen gemeinsam ihre kommerziellen Kapazitäten für zivile und militärische Weltraumoperationen ausbauen. Das haben die Unternehmen in einer Absichtserklärung (Letter of Intent, LOI) vereinbart. Diese Partnerschaft ziele darauf ab, den steigenden Sicherheitsanforderungen in Europa durch den schnellen Einsatz von Satelliten und Weltraumressourcen gerecht zu werden, schreibt Rheinmetall in einer Mitteilung vom 1. September.
Rheinmetall und Andøya Space schließen Lücken in Europas Startkapazitäten
Andøya Space und Rheinmetall Nordic AS wollen sich in ihrer Zusammenarbeit auf die Schließung von Lücken in der Wertschöpfungskette für Satelliten und Starts in Andøya, Norwegen, konzentrieren, heißt es weiter. Das Ziel sei, regelmäßige kommerzielle Startdienste und flexible, schnelle Reaktionsfähigkeiten vom europäischen Festland aus zu bieten. Mittels Tactical Responsive Launch (TacRL) sollen Satelliten schnell und flexibel ins All gebracht werden, wenn kurzfristige operationelle Anforderungen dies erfdorderlich machen. Damit sollen Fähigkeiten im All wiederhergestellt oder erweitert werden, z.B. nach einem technischen Ausfall, nach einer Kollision im Weltall (Müll) oder nach gegnerischem Eingriff. Kurze Reaktionszeiten sind gefragt.
Die Verbindung von Andøya Space und Rheinmetall wird somit von entscheidender Bedeutung für die Aufrechterhaltung der strategischen militärischen und zivilen Weltrauminfrastruktur Deutschlands, Norwegens, der NATO-Mitgliedstaaten und anderer strategischer Partnerländer, schreibt Rheinmetall. Erklärtes Ziel beider Unternehmen sei es, strategische Autonomie, erhöhte Reaktionsfähigkeit, schnellere Bereitstellung neuer Fähigkeiten und operative Vorteile im geopolitischen Umfeld zu gewährleisten.

„Diese Absichtserklärung ist ein wichtiger Meilenstein für Andøya Space. Durch die Bündelung des Know-hows und der Infrastruktur beider Unternehmen wollen wir die Fähigkeit Europas stärken, schnell und sicher auf neue zivile und militärische Anforderungen im Weltraum zu reagieren,“ sagte Troels Sandreid, Geschäftsführer von Andøya Spaceport.
„Die Zusammenarbeit mit Andøya Space wird angesichts des Aufbaus europäischer Raumfahrtkapazitäten ein entscheidender Faktor für die Entwicklung unseres Angebots im zivilen und militärischen Bereich sein. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit,“ ergänzte Thomas Berge Nielsen, CEO von Rheinmetall Nordic AS.
Rheinmetall Space Cluster stärkt Europas Aufklärungsfähigkeiten
Bei Rheinmetall hat das Space Cluster im Januar 2025 die Arbeit aufgenommen. Als tragende Säule wurde im August die Kooperation des Rüstungsunternehmens mit dem SAR-Satellitenbetreiber ICEYE aus Finnland vereinbart mit dem Ziel, ein Joint Venture zu gründen. SAR steht für „Synthetisches Apertur Radar“ und ermöglicht hochauflösende Radar-Aufnahmen auch nachts oder durch Wolken- und Nebelfelder.
Bereits im Juni 2024 hatte der Düsseldorfer Technologiekonzern seine Beteiligung an der weltgrößten Flotte von Radar-Aufklärungssatelliten bekannt gegeben. Im September 2024 hatten Rheinmetall und ICEYE ihre Zusammenarbeit weiter vertieft. In diesem Zuge hatte sich Rheinmetall exklusiv die Rechte zur Vermarktung der SAR-Satelliten an militärische und staatliche Endkunden im deutschen wie im ungarischen Markt gesichert.
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