Rekorde für Rheinmetall: Defence-Geschäft wächst um mehr als ein Drittel
Auch im vergangenen Halbjahr hat der Höhenflug für Rheinmetall angehalten. Der Umsatz konnte um 24 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro gesteigert werden. Das Ergebnis stieg um 18 Prozent auf 475 Millionen Euro, wobei allein das militärische Geschäft mit einem Zuwachs von 20 Prozent 464 Millionen Euro dazu beitrug. Das sind fast 98 Prozent des Konzernergebnisses. Das geht aus dem Finanzbericht des Unternehmens zum ersten Halbjahr 2025 hervor.
Vor dem Hintergrund des NATO-Gipfels und der Verspätung des Haushalts 2025 wird nach Rheinmetall-Angaben die Auftragsvergabe erst im zweiten Halbjahr anlaufen. Trotzdem habe der Auftragsbestand mit 63 Milliarden Euro ein neues Allzeithoch erreicht.
Fast alle Divisionen legen kräftig zu
Mit einem um fast 50 Prozent gestiegenen Umsatz in Höhe von 1,9 Milliarden Euro ist die Division Vehicle Systems weiterhin die umsatzstärkste Division mit einem Anteil von 40 Prozent am Konzernumsatz. Als Treiber nennt Rheinmetall die Wechsellader-Lkw und taktische Fahrzeugprogramme. Mit dem Umsatz wuchs auch das operative Ergebnis um 50 Prozent auf 179 Millionen Euro. Das Auftragsbuch wuchs um 13 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro, etwa das Fünffache des Jahresumsatzes.
Die Division Weapon and Ammunition erwirtschaftete mit einer Steigerung von 26 Prozent den Rekordumsatz von 1,3 Milliarden Euro und trug damit gut ein Viertel zum Konzernumsatz bei. Rheinmetall verweist auf gestiegene Lieferungen von Panzer- und Artillerie- sowie Mittelkalibermunition an NATO-Länder und die Ukraine. Das Ergebnis ist überproportional um mehr als ein Drittel mitgewachsen auf nunmehr 280 Millionen Euro. Im Auftragsbuch stehen jetzt Aufträge mit einem Volumen von 21,6 Milliarden Euro, das sind 14 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Ebenfalls einen großen Sprung um fast 50 Prozent machte der Umsatz der Division Electronic Solutions. Er erreichte 944 Millionen Euro eine Rekordmarke. Drei Großprojekte nennt Rheinmetall als Treiber: das Digitalisierungsprojekt TaWAN, den Rahmenvertrag für Sprechsätze mit Gehörschutz sowie auf die Auslieferung von Flugabwehrsystemen. Das operative Ergebnis stieg um ein Drittel auf 71 Millionen Euro, beeinträchtigt durch Aufwendungen für die Vorbereitungen am Standort Weeze für den Produktionsbeginn der F-35 Rumpfmittelteile. Im Auftragsbuch stehen 16,9 Milliarden Euro, das ist das eineinhalbfache des Vorjahreswerts.
Die Division Power Systems gehört nicht mehr zum strategischen Kerngeschäft von Rheinmetall. Der Umsatz der Division ging erneut zurück: um rund sieben Prozent auf 987 Millionen Euro. Das Ergebnis nahm mit minus 58 Prozent stark ab auf nur noch 24 Millionen Euro. Im Auftragsbuch stehen gerade mal 7,2 Milliarden Euro, neun Prozent weniger als im Vorjahr. Rheinmetall führt die schwache Entwicklung u.a. auf die anhaltende konjunkturelle Schwächephase der Automobilindustrie zurück.
Prognose für 2025 bestätigt
Rheinmetall bestätigte seine Prognose für das laufenden Geschäftsjahr und erwartet unverändert eine Umsatzsteigerung von mehr als einem Viertel auf über 12 Milliarden Euro und will damit erstmals die 10 Milliarden Euro-Grenze überschreiten. Das Ergebnis soll nahe an die zwei Milliarden Euro herankommen.
Das Unternehmen rechnet mit Verbesserungen des Marktpotentials in den relevanten Märkten (Europa, Deutschland und der Ukraine) und kündigte an, mit einer zunehmenden Konkretisierung der jeweiligen Bedarfe der militärischen Kunden im weiteren Jahresverlauf gegebenenfalls Prognoseanpassungen vorzunehmen.
gwh
















