Seit Mitte August führt die belgische Luftwaffe mit vier Mehrzweckkampfflugzeugen vom Typ F-16AM „Fighting Falcon“ für einen Monat lang das Iceland Air Policing (IAP) der NATO durch. Sie hat damit die spanische Luftwaffe im Vormonatszeitraum abgelöst. Die NATO-Luftwaffen rotieren auf Island, weil der Inselstaat zwar Gründungsmitglied des Nordatlantischen Bündnisses ist, nicht aber über eigene Luftstreitkräfte verfügt. Ziele der Sicherungsmission, so das belgische Verteidigungsministerium, seien das routinemäßige Abfangen von fremden Luftfahrzeugen, Überwachungs- und Identifizierungsflüge sowie das integrierte Üben mit verbündeten Streitkräften.

Die belgischen Maschinen des 2. Taktischen Geschwaders aus dem wallonischen Florennes sind auf dem NATO-Militärflugplatz Keflavik ganz im Südwesten der Insel rund 40 Kilometer von der Hauptstadt Reykjavík entfernt stationiert. Als Alarmrotte sichern sie den isländischen Luftraum im Rahmen des 24/7-Quick Reaction Alert (QRA) der NATO. Der Inselstaat in von besonderer geostrategischer Bedeutung für die Atlantische Allianz aufgrund seiner Lage zwischen Europa, Arktis und Nordamerika.
Im März 2004 waren es belgische F-16AM, die als erste mit dem Air Policing der Atlantischen Allianz im Baltikum begonnen hatten. Seit Mai 2008 betreiben NATO-Flugzeuge außerdem das Iceland Air Policing und seit 2014 erfüllen diese den QRA-Alarmrottenstatus des Nordatlantischen Bündnisses für den arktischen Inselstaat.
Gerd Portugall







