Verteidigungsminister Boris Pistorius hat am 28. August seine spanische Amtskollegin Margarita Robles im Bendlerblock zum Antrittsbesuch empfangen. Hauptthemen waren das Future Combat Airsystem FCAS und das Cruise Missile Taurus Neo.

Deutschland und Spanien wollen FCAS
Das trilaterale Projekt FCAS gilt als eines der größten europäischen Rüstungsvorhaben, an dem Deutschland, Frankreich und Spanien beteiligt sind. Das Luftkampfsystem der Zukunft sei kein Selbstläufer, sagte Pistorius. „Die Regierungen sind in der Verantwortung, die Industrien zusammenzubringen.“ Für die Zusammenarbeit haben die Regierungen Verträge abgeschlossen, die es einzuhalten gilt. Wir wollen dieses Gemeinschaftsprojekt, weil es wichtig ist.
Da es im Projekt immer wieder hakt, hat Pistorius die drei FCAS-Nationen nach Berlin eingeladen, um die Fallstricke zu identifizieren und dafür zu sorgen, dass sie beseitigt werden. Falls das nicht gelingt, sollen Vorschläge für das weitere Vorgehen erarbeitet werden, über die die Regierungschefs entscheiden müssen. „Wir brauchen Klarheit über die weiteren Interessenlagen, so Pistorius.

Robles unterstrich das Engagement ihres Landes und verwies auf die leistungsfähige spanische Industrie. „Wir möchten das Projekt zu Ende bringen. Wir werden alles dafür tun, dass es möglich ist,“ so Robles wörtlich.
Spanien will bei Taurus Neo einsteigen
Spanien ist eines der drei Nutzerländer, die den Marschflugkörper Taurus KEPD 350 nutzen, der auch von der Ukraine sehr begehrt ist. Die Bundeswehr will die eigenen Bestände dieses Flugkörpers erhöhen und dazu das Waffensystem modernisieren. Pistorius begrüßte den spanischen Wunsch, in die nächste Stufe bei Taurus einzusteigen.

Taurus Neo soll Ziele in über 500 km Entfernung bekämpfen und auch in GPS-beschränkten Gebieten insbesondere in der Endphase zuverlässig navigieren können. Der Flugkörper soll Luftabwehrsysteme besser durchdringen und mit einem deutlich verstärkten Gefechtskopf stark befestigte Ziele zerstören können. Nach unbestätigten Informationen sollen noch in diesem Jahr 350 Millionen Euro zur Beschaffung von 600 Taurus Flugkörpern mit Zulauf ab 2029 bereitgestellt werden.
gwh












