Wie das belgische Verteidigungsministerium berichtet, ist das erste von insgesamt vier vereinbarten Exemplaren der Drohne MQ-9B „SkyGuardian“ des US-Herstellers General Atomics (GA) am 18. August auf dem Luftwaffenstützpunkt Florennes in der Provinz Namur eingetroffen. Diese erste MALE-Drohne (Medium-Altitude Long-Endurance) im nationalen Inventar stelle, so das Ministerium, „eine wichtige Etappe für die belgische Luftwaffe und eine Stärkung der operativen Verteidigungsfähigkeiten“ dar.

Von offizieller belgischer Seite ist dabei für dieses Remotely Piloted Aircraft System (RPAS) als Mission lediglich von Aufklärung und Beobachtung die Rede. Allerdings zitiert der belgische Forces Operations Blog (FOB) den Verteidigungsminister, der in diesem Zusammenhang ausdrücklich Bewaffnung als „robuste Fähigkeit“ erwähnte.

Stellt die künftige MALE-Fähigkeit der belgischen Luftwaffe dar: die Drohne MQ-9B „SkyGuardian“.
Foto: Ministère de la Défense belge, Force aérienne

Ziel Kostensenkung

Mehrere belgische Unternehmen, so das Ministerium, werden an der „SkyGuardian“-Produktion beteiligt, beispielsweise bei der Herstellung der Schutzhaube für die Sensorik. Bei Betrieb, Wartung, Weiterentwicklung ihrer jeweiligen Version sowie Zertifizierung nach EU- und NATO-Standards werden Großbritannien und Belgien eng zusammenarbeiten, um Kosten zu sparen. Die gemeinsame taktische Ausbildung soll auf dem ostenglischen Luftwaffenstützpunkt Waddington stattfinden.

In den vergangenen Monaten sind jeweils sechs belgische Drohnenpiloten, Sensoroperateure und Aufklärungskoordinatoren in den USA ausgebildet worden. Am 22. Juli hatten die Vereinigten Staaten erfolgreich den Abnahmetest (Acceptance Test Procedure – ATP) für die MQ-9B durchgeführt, wodurch diese RPAS auch im zivilen Luftraum geflogen werden können. Anschließend wurden die Drohnen zerlegt und mit Transportflugzeugen vom Typ A400M nach Belgien transportiert. Am 23. September soll dann der „SkyGuardian“ offiziell von der 2. Staffel „Comet“ vorgestellt werden.

Dr. Gerd Portugall