Die deutsche Werftengruppe NVL und das britische Technologieunternehmen Kraken Technology Group haben ein Joint Venture gegründet, um die wachsende weltweite Nachfrage nach marktverfügbaren autonomen Plattformen für militärische wie zivile Zwecke zu bedienen – etwa für den Schutz kritischer Infrastruktur. Das geht aus einer Pressemitteilung der Partner vom 22. August hervor. Das Joint Venture firmiert unter dem Namen NVL Kraken.

Der Firmensitz der NVL-Werftengruppe in Hamburg (Foto: NVL)

Steigende Nachfrage nach autonomen Systemen

Ein Schwerpunkt liegt auf dem zügigen Aufbau von Produktionskapazitäten für autonome Überwasserdrohnen am NVL-Standort Blohm+Voss in Hamburg. Ergänzend zu den bestehenden Kapazitäten in England sollen dadurch sowohl der deutsche als auch der europäische Markt schneller beliefert werden können. Der Produktionsstart ist für das 4. Quartal 2025 vorgesehen.

Die NVL zählt zu den führenden deutschen Werftengruppen im Marineschiffbau und verfügt über langjährige Erfahrung in der Systemintegration komplexer Plattformen. Mit dem Joint Venture erweitert das Unternehmen sein Portfolio um den Bereich des Manned/Unmanned-Teaming (MUM-T) – also das Zusammenspiel bemannter Schiffe mit unbemannten, autonomen Systemen. Kraken Technology Group bringt dabei seine Spezialisierung auf leistungsstarke, kosteneffiziente und skalierbare unbemannte Systeme ein und profitiert von NVLs Fertigungskapazitäten.

Ein autonomes Kraken K3 Scout in der Erprobung (Foto: Kraken)

Investitionen und strategische Bedeutung

Beide Partner werden erhebliche Mittel in den Aufbau des Joint Ventures investieren. NVL hatte bereits zuvor Anteile an Kraken erworben und verfügt über eine Option, diese im Laufe des Jahres 2025 zu erhöhen. Langfristig zielt die Zusammenarbeit darauf ab, ein breites Spektrum an autonomen Plattformen verfügbar zu machen – von kleineren Einheiten bis hin zu größeren unbemannten Booten.

„Das Joint Venture mit Kraken bietet uns die Möglichkeit, kurzfristig auf die aktuellen Anforderungen unserer Kunden zu reagieren und marktverfügbare autonome Systeme schnell und in hoher Stückzahl bereitzustellen“, erklärte Tim Wagner, CEO der NVL. Man baue damit die Vorreiterrolle im Bereich MUM-T aus und schaffe die Grundlage für weitere innovative Lösungen wie das geplante Drohnenmutterschiff NTV130 als Nachfolger der Tender der Elbe-Klasse.

Auch Mal Crease, CEO der Kraken Technology Group, betonte die strategische Bedeutung: „Die Zusammenarbeit mit NVL ermöglicht eine exponentielle Skalierung von Produktion und Lieferkette. So können wir den wachsenden Bedrohungen auf unseren Meeren mit einer Vielzahl leistungsstarker und multifunktionaler Plattformen begegnen.“ NVL sei „der Goldstandard im Marineschiffbau“ und eröffne Kraken die Chance, Know-how auf kleinere, unbemannte Systeme zu übertragen.

Mit NVL Kraken entsteht nun ein deutsch-britisches Kompetenzzentrum für die schnelle Entwicklung und Produktion autonomer maritimer Systeme in Europa.

ck