Die israelische Rüstungsbeschaffungskommission hat am 20. August 2025 ein umfangreiches Investitionsprogramm im Wert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar (1,29 Milliarden Euro) gebilligt. Mit dem sogenannten Armored Vehicle Acceleration Project soll die Produktion von Kampfpanzern und gepanzerten Mannschaftstransportwagen (APC) in den kommenden fünf Jahren deutlich beschleunigt werden, wie das Verteidigungsministerium (IMOD) mitteilte. Der Beschluss wurde von Verteidigungsminister Israel Katz und dem Generaldirektor des Ministeriums, Generalmajor a. D. Amir Baram, vorgestellt und geht nun zur endgültigen Genehmigung an den Haushaltsausschuss der Knesset. Anschließend können Verträge mit Dutzenden von Firmen in Milliardenhöhe abgeschlossen werden.

Ein Namer-Schützenpanzer der IDF. Das israelische Verteidigungsministerium will die Produktion dieses Fahrzeugs sowie des Merkava Mk 4 MBT und des Eitan-Radpanzers der IDF beschleunigen. (Foto: IMOD)

Fokus auf Merkava, Namer und Eitan

Im Zentrum des Programms steht die Steigerung der Produktionsraten des Merkava Mk 4 Barak-Kampfpanzers sowie der Schützenpanzer Namer und Eitan. Letzterer soll auch in Varianten mit einem 30-Millimeter-Turm gefertigt werden. Verantwortlich für die Umsetzung sind die Merkava- und Panzerfahrzeugdirektion (MANTAK), die Beschaffungsdirektion (DPD) und die Planungsabteilung des Ministeriums in enger Abstimmung mit den Bodentruppen der IDF.

Parallel zur Fahrzeugproduktion soll auch die industrielle Infrastruktur im Inland erweitert werden. Ziel ist eine Stärkung der israelischen Verteidigungsindustrie im Rahmen einer breiteren Resilienzstrategie. Dabei werden Produktionsstandorte in verschiedenen Regionen, darunter auch in Randgebieten des Landes, ausgebaut und die Kapazitäten der IDF-eigenen Depots verbessert.

Lehren aus dem Gaza-Krieg

Die Entscheidung basiert nach Angaben des IMOD unmittelbar auf den Erfahrungen der israelischen Armee seit Beginn des Gaza-Krieges im Oktober 2023, in Israel als Swords of Iron War bezeichnet. Seither haben die gepanzerten Fahrzeuge mehr als eine Million Kilometer im Einsatz zurückgelegt und ihre taktische Bedeutung im Gefecht unter Beweis gestellt.

Verteidigungsminister Katz erklärte, die Erfahrungen hätten gezeigt, „wie unverzichtbar die Merkava-Panzer sowie die Namer- und Eitan-APCs für erfolgreiche Bodenoperationen“ seien. Mit der heutigen Genehmigung des Milliardenprojekts sichere Israel nicht nur den qualitativen Vorsprung der IDF, sondern stärke auch Hunderte von heimischen Rüstungsunternehmen, insbesondere in der Peripherie. Sicherheit und wirtschaftliches Wachstum gingen dabei Hand in Hand.

Blick auf die Zukunft

Auch Generaldirektor Baram unterstrich die strategische Bedeutung: „Die Erfolge von Merkava, Namer und Eitan auf dem Gefechtsfeld haben weltweites Niveau. Mit der beschleunigten Produktion unterstützen wir die aktuellen Bedürfnisse der Armee und erhöhen zugleich die Einsatzbereitschaft für das kommende Jahrzehnt.“ Gleichzeitig arbeite das Ministerium an der Weiterentwicklung der nächsten Generation israelischer Panzerfahrzeuge.

Mit dem Rüstungsprogramm verfolgt Israel somit eine Doppelstrategie: den unmittelbaren Ausbau der Einsatzfähigkeit der Bodentruppen und die langfristige Stärkung seiner industriellen Basis.

Peter Felstead