Vor 80 Jahren warfen US-Streitkräfte die ersten kriegerisch eingesetzten Atombomben über Hiroshima und Nagasaki ab. Die Folgen waren, gerade für die Zivilbevölkerung, verheerend – und wirken bis heute nach.

Es ist Montag, der 6. August 1945, 2.45 Uhr Ortszeit. Die Boeing „Superfortress” B-29 mit dem Namen „Enola Gay” unter dem Kommando von Cornel Tibbets und elf Mann Besatzung der 509. gemischten Gruppe der U.S. Army Strategic Air Force in the Pacific rollt auf die Startbahn des Flugplatzes von Tinian. Der Start des Flugzeuges auf der kaum 100 Quadratkilometer großen Marianen-Insel wird wenige Stunden später die Welt in militärischer und politischer Hinsicht für immer verändern.

Der Abwurf der ersten, fünf Tonnen schweren Atombombe mit dem Decknamen „Little Boy” auf die japanische Hafenstadt Hiroshima beendet innerhalb weniger Sekunden das Leben von mehr als 92.000 Menschen und verletzt über 37.000 Einwohner. Die bebaute Fläche der Stadt ist in kürzester Zeit zu 80 Prozent zerstört. Langfristige Folgen für Mensch und Natur in Form von Verstrahlungen, Verbrennungen und anderen Schäden sind bis heute nicht endgültig quantifizierbar.

Am 9. August erfolgt der Abwurf der zweiten Atombombe mit dem Codenamen „Fat Man” auf Japan.