Angesichts der Rückkehr des Krieges nach Europa, der zunehmenden Instabilität in der Welt und der Vervielfältigung der hybriden Bedrohungen – so das Verteidigungsministerium in Paris am 18. Juli – habe Frankreich seine strategischen Ziele bis zum Jahr 2030 aktualisiert. Aus Anlass des französischen Nationalfeiertages am 14 Juli hat das Generalsekretariat der Verteidigung und der nationalen Sicherheit (SGDSN) des Premierministers die Nationale Strategische Überprüfung (RNS) 2025 veröffentlicht.

Rückgrat der französischen Verteidigungsfähigkeit bildet die nukleare Abschreckung – hier ein Atom-U-Boot. (Foto: Marine Nationale)

Damit, so das Ministère des Armées weiter, bekräftige Frankreich seinen Willen, einen militärischen Konflikt hoher Intensität führen zu können. Daraus sind elf strategische Ziele abgeleitet worden, welche die Handlungen des französischen Staates strukturieren, die Streitkräfte mobilisieren und die gesamte Nation einbinden sollen:

Aktualisierung der Nationalen Strategischen Überprüfung zum 14. Juli veröffentlicht.
Sreenshot: SGDSN du Premier Ministre
  1. Eine robuste glaubwürdige und unabhängige nukleare Abschreckung als Grundlage der nationalen Verteidigung.
  2. Eine widerstandsfähige Nation im Angesicht von Bedrohungen im Innern und von außen.
  3. Eine Wirtschaft, die in der Lage ist, die eigenen Kriegsanstrengungen zu unterstützen.
  4. Machtvolle Cyber-Fähigkeiten, die digitale Angreifer abschrecken.
  5. Frankreich unterstützt den europäischen Pfeiler der NATO vor dem Hintergrund der Spannungen mit Russland und der Unsicherheiten mit den USA.
  6. Mehr Autonomie bei der europäischen Verteidigung.
  7. Eine aktivere Verteidigungsdiplomatie von Afrika bis zum Indo-Pazifik.
  8. Eine strategische Autonomie bei der Aufklärung und der Entscheidungsfindung.
  9. Eine verstärkte Fähigkeit zur Abwehr hybrider Bedrohungen.
  10. Wiederaufrüstung der Streitkräfte, um den „Krieg vor dem Krieg“ zu gewinnen.
  11. Für eine technologische und wissenschaftliche Exzellenz im Dienst der französischen und europäischen Souveränität.

Dr. Gerd Portugall