Im Auftrag der Bundeswehr integriert Airbus Defence and Space ein Missionssystem des Unternehmens in das Uncrewed Collaborative Combat Aircraft (UCCA) von dem US-amerikanischen Technologieunterhemen Kratos Defense, wie Airbus am 16. Juli mitgeteilt hat. UCCA steht für ein besatzungsloses, kampffähiges Fluggerät, das autonom oder ferngesteuert operieren kann und für die Zusammenarbeit mit bemannten Kampfflugzeugen optimiert ist.

UCCA Valkyrie

Das für die gemeinschaftliche Entwicklung ausgewählte UCCA ist die flugerprobte XQ-53A Valkyrie, die nach Angabe von Airbus dafür ausgelegt ist, kinetische und nicht-kinetische Effekte zu erzielen, entweder in autonomen Missionen oder im Einsatz mit teamfähigen Kampfjets, wie es für den Einsatz zusammen mit zukünftigen Kampfflugzeugen (Combat Air System) gefordert wird.

Die Valkyrie wird mit einem Startgewicht von bis zu drei Tonnen von einem Katapult gestartet und kann in einer Flughöhe von 15.000 Metern eine Entfernung von 5.500 Kilometern bewältigen und dabei eine Nutzlast von mehr als 500 kg (zur Hälfte als Außenlast) tragen. Ausgelegt für den Flug im hohen Unterschallbereich verfügt das Fluggerät über Stealth-Eigenschaften. Nach dem Erstflug 2019 haben die U.S. Marines und die U.S. Navy je zwei Exemplare für Testzwecke bestellt.

Kratos XQ-58A Valkyrie, ein flugerprobtes unbemanntes kollaboratives Kampfflugzeug, das mit einem von Airbus hergestellten Missionssystem ausgestattet wird. (Foto: Kratos 2025)

Missionssystem

Das Missionssystem von Airbus ist nach Unternehmensangeben dank seiner plattformunabhängigen Systemarchitektur so konzipiert, dass es sich nahtlos in die Valkyrie und andere bestehende und zukünftige Plattformen im wachsenden Ökosystem bemannter und unbemannter Plattformen integrieren lässt.

Das Missionssystem ist das „digitale Gehirn“ eines militärischen Kampfflugzeugs in dem die Daten der Sensoren, Kommunikationssysteme und Waffen-/Selbstschutzsysteme zusammengeführt und unter Verwendung KI-basierter Methoden analysiert werden. Der Pilot kann auf die taktisch aufbereiteten Daten zugreifen. Es ist eine Voraussetzung, um eine militärischen Mission effizient, vernetzt und lageangepasst auszuführen.

Stimmen zur Zusammenarbeit

„Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage haben unsere Kunden einen dringenden Bedarf an sowohl verbrauchbaren als auch nicht verbrauchbaren kollaborativen Kampfflugzeugen geäußert. Die Zusammenarbeit von Kratos und Airbus, die auf einer bestehenden und bewährten UAS-Plattform basiert und über ein souveränes Multi-Plattform-Missionssystem verfügt, wird unseren Soldaten in Europa noch vor Ende dieses Jahrzehnts entscheidende Fähigkeiten liefern. Diese Partnerschaft wird dazu beitragen, die Verteidigungsfähigkeit Europas zu stärken und gleichzeitig die transatlantischen Beziehungen der NATO zu fördern“, sagte Michael Schöllhorn, CEO von Airbus Defence and Space.

„Wir haben das Valkyrie-System als erschwingliches und leistungsstarkes CCA konzipiert, das in Zusammenarbeit mit bemannten Flugzeugen, einer Flotte unbemannter Flugzeuge oder einer Kombination aus beiden eingesetzt werden kann.  Aufgrund der bewährten Flugfähigkeit von Valkyrie, die erstmals 2019 demonstriert wurde, und der vielen Missionssysteme, Autonomiesysteme und Missionsszenarien, die im Laufe der Zeit mit dem System getestet wurden, freuen wir uns über unsere Partnerschaft mit Airbus, die erneut zu einer ersten Markteinführung einer Valkyrie-Variante führen wird, die nun für den europäischen Einsatz „optimiert“ ist“, sagte Eric DeMarco, CEO von Kratos.

Verfügbarkeit

Der Loyal Wingman auf Basis der XQ-58A Valkyrie mit dem Missionssystem von Airbus soll nach Angabe des Unternehmens bis Ende 2029 einsatzbereit der Luftwaffe zur Verfügung stehen. Das ist weit vor dem Abschluss der Entwicklungen des Future Combat Aircraft Systems (FCAS) oder des Next Generation Weapon System (NGWS). Um das neue System nutzen zu können, muss daher der Eurofighter im selben Zeitraum dafür angepasst werden.

Redaktion / gwh