Die Wehrtechnische Dienststelle 91 (WTD 91) hat den Sicherheitsstahl SECURE 500 aus dem Salzgitter-Konzern für Anwendungen in der Bundeswehr zugelassen. Der von der Salzgitter-Tochter Ilsenburger Grobblech hergestellte Stahl sei offiziell im Dickenbereich von 6 bis 16 Millimetern für den Einsatz im militärischen Bereich, beispielsweise in Fahrzeugen oder in Schutzsystemen, freigegeben, teilte der Konzern am 8. Juli mit.

Die WTD für Waffen und Munition hat die Stahlsorte intensiv untersucht. Dabei standen das Verhalten bei Beschuss und Sprengung sowie die Schweißbarkeit im Mittelpunkt, schreibt Salzgitter.

Stahlproben des Sicherheitsstahls SECURE 500 für die Zulassung durch die WTD 91. (Foto: Salzgitter)

Voraussetzung für den Schutz gegen ballistische Bedrohungen sei eine hohe Härte des Stahls. Je höher die Härte, desto besser ist im Allgemeinen auch das ballistische Schutzvermögen.

„Mit unserer hochmodernen Wärmebehandlungsanlage können wir in Ilsenburg extrem feste Stähle mit herausragender Oberflächenqualität und Maßhaltigkeit erzeugen,“ sagte Thorsten Gintaut, Geschäftsführung Vertrieb der Ilsenburger Grobblech GmbH. „Unsere SECURE 500® Stähle werden im vergüteten Zustand QT (Quenched and Tempered) geliefert und weisen ein feines martensitisches Gefüge auf. Mit Erteilung der TL-Zulassung sind diese jetzt auch für den Einsatz bei der Bundeswehr zugelassenen – das ist ein großer Erfolg nach umfangreicher Prüfung,“ so Gintaut weiter.

Das Verhalten des Sicherheitsstahls SECURE 500 bei Beschuss war eines der Untersuchungsthemen. (Foto: Salzgitter)

Die Produktion von Qualitätsstahl in Deutschland gehört zur wirtschaftlichen Autarkie der Bundesrepublik. Salzgitter stößt mit der neuen Stahlsorte in eine Lücke, die sich durch den wachsenden Bedarf im Sicherheits- und Verteidigungssektor auftut.

Die Salzgitter AG befindet sich nach eigener Angabe bereits im Zulassungsprozess für weitere Stahlsorten und wird nach abschließender Beurteilung durch die Bundeswehr die komplette SECURE-Produktfamilie für militärische Anwendungen anbieten können.

„Europa muss verteidigungsfähig sein. Als Stahl- und Technologiekonzern sehen wir uns in der Verantwortung, unseren Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit unserer Gesellschaft in Form von Sicherheits- und Panzerstählen zu leisten“, betont Thorsten Möllmann, Leiter der Konzernkommunikation und verantwortlich für die konzernweite Task Force Defence.

Redaktion / gwh