Militärische Beschaffung muss sich auf Fähigkeiten statt nur auf Systeme konzentrieren. Trotz neuer Drohneninitiativen fehlt es der Bundeswehr an einem Konzept für eine Breitenbefähigung zur Drohnenkampfführung in der Truppe. Ein Capability-first-Ansatz, der digitale Lernmethoden, moderne Simulatorausbildung und praxisnahe Trainings integriert, ist entscheidend für den effektiven Einsatz moderner Drohnentechnologien.

Der anhaltende russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat zweifelsohne grundlegende Verschiebungen in der Kriegführung offenbart; die vielleicht offensichtlichste davon ist der veränderte Einsatz unbemannter Luftfahrzeuge (UAS). Drohnen – insbesondere handelsübliche FPV- (First Person View) und Kleinstdrohnen – haben sich zur taktischen Schlüsseltechnologie entwickelt. Sie kommen in nahezu allen Einsatzszenarien vor: Aufklärung, Zielmarkierung, direkte Wirkung durch modifizierte Munitionsträger sowie zunehmend auch in der elektronischen Kriegsführung.

Ein US-Marine der Black Sea Rotational Force startet während einer Zielidentifizierungsübung im Rahmen der Übung Sea Breeze 2017 in Shirokyi Lan, Ukraine, eine Drohne. Sea Breeze war eine von den USA und der Ukraine gemeinsam veranstaltete multinationale Marineübung im Schwarzen Meer. (Foto: US Marine Corps / Cpl. Sean J. Berry)

Die Ukraine nutzt UAS dabei nicht als reine „Systeme“, sondern als Fähigkeitsträger – kreativ, adaptiv und operativ verankert auf allen Ebenen. Daraus ergibt sich als zentrale Erkenntnis für moderne Armeen: Entscheidend ist in der Drohnenkriegführung nicht allein die Anzahl von Drohnen, sondern die Fähigkeit, sie militärisch wirksam einzusetzen.