Bei den folgenschweren russischen Luftangriffen vom Wochenende wurden bisher selten genutzte Plattformen eingesetzt.

Am Wochenende lieferten sich Russland und die Ukraine gegenseitig heftige Luftangriffe. Dabei wurden laut den ukrainischen Streitkräften in der Nacht von Samstag auf Sonntag über 367 russische Drohnen und Raketen auf insgesamt 22 ukrainische Ortschaften gefeuert. Gleichzeitig trafen auch ukrainische Flugkörper Ziele in Russland. Der Flugbetrieb des Moskauer Flughafens wurde zeitweise eingestellt. Dabei setzte die Ukraine laut russischen Regierungsangaben über 100 Langstreckendrohnen ein.

Die Su-57 hat eine maximale Waffenlast von ca. 10 Tonnen. (Bild: CC1.0)

Größter Luftangriff seit Kriegsbeginn

Bei dem massiven Angriff der russischen Luftwaffe wurden bisher eher selten genutzte Plattformen eingesetzt. So starteten laut russischen Quellen sechs strategische Bomber des Typs Tupolew 95 vom russischen Luftstützpunkt „Olenya“. Auch zwei Tupolew 160 Bomber operierten aus Richtung des „Engels“-Luftwaffenstützpunkts. Diese starteten Marschflugkörper des Typs Kh-101. Auch die Schwarzmeerflotte soll in die Angriffe von Samstagnacht mit dem Abschuss von „Kalibr“-Marschflugkörpern involviert gewesen sein.

Su-57 flogen Manöver

Bemerkenswerter ist der Einsatz von zwei Suchoi 57 Kampfjets im Rahmen des brutalen Luftangriffes. Sie sollen bei Angriffsmanövern nordöstlich der Ukraine Marschflugköper abgesetzt haben. Diese trafen Ziele in der ukrainischen Region Chernigov. Russlands modernstes, zweistrahliges Mehrzweckkampflugzeug wird selten für Kampfeinsätze eingesetzt. Bisher wurden vereinzelte Missionen in Syrien und der Ukraine bestätigt. 2023 brach die Su-57 den damaligen Luftkampf-Langstreckenrekord mit dem Abschuss einer ukrainischen Su-27 aus über 200 Kilometern Entfernung auf.

Als erstes russisches Kampfflugzeug mit Tarnkappentechnologie konzipiert, vereint die Su-57 Eigenschaften wie hohe Manövrierfähigkeit, Überschallflugfähigkeit ohne Nachbrenner (Supercruise), fortschrittliche Avionik und eine große Waffenlastkapazität in internen Waffenschächten. Sie ist auf Luftüberlegenheit, sowie der Bekämpfung von Boden- und Seezielen ausgelegt. Die Su-57 soll ältere Modelle wie die MiG-29 und Su-27 ersetzen und gilt als Antwort auf westliche Kampfflugzeuge der fünften Generation wie die US-amerikanische F-35 Lightning II. Experten sehen jedoch deutliche Probleme mit der Tarnkappenfähigkeit der Su-57.

Reaktion / jd