Am Montag, den 12. Mai 2025, feuerten erstmals elf HIMARS-Werfer (High Mobility Artillery Rocket System) des 58. Artilleriekommandos von der Jiupeng-Basis im Süden der Insel. Laut der staatlichen taiwanesische Nachrichtenagentur Central News Agency (CNA) wurden dabei 33 Testraketen in den Pazifik abgefeuert.
Der erstmalige Einsatz von HIMARS ist Teil der Bemühungen Taiwans, seine Abschreckung zu stärken. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und hat erklärt, eine Wiedervereinigung mit dem Festland notfalls auch mit militärischen Mitteln anzustreben. Peking hat in den letzten Jahren seine militärischen Aktivitäten in der Nähe Taiwans verstärkt. ES&T berichtete zuletzt im April über das chinesische Manöver „Donner in der Meerenge“ vor Taiwans Küsten.

US-Waffenlieferungen sollen Chinas Ambitionen bremsen
Die USA unterhalten zwar keine formellen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan, liefern aber im Rahmen des Taiwan Relations Act von 1979 Waffensysteme an die Insel. Das HIMARS-System, hergestellt von Lockheed Martin, ist für Angriffe auf Landziele konzipiert und kann laut Herstellerangaben auch für Anti-Schiffs-Missionen angepasst werden. Es kann folgende Raketentypen abfeuern:
- 6 × M26-Raketen mit einer Reichweite von 32 bis45 Kilometer
- 6 × M30/31 GMLRS-Raketen (präzisionsgelenkt) mit einer Reichweite von 70 bis 150 Kilometer
- 6 × GLSDB-Raketen (präzisionsgelenkt) mit einer Reichweite von bis zu 150 Kilometer
- 1 × MGM-140 ATACMS-Kurzstreckenrakete mit einer Reichweite von 165 bis 300 Kilometer
Bekanntheit erreichte das pro Werfer etwa fünf Millionen US-Dollar teure System vor allem bei der ukrainischen Gegenoffensive im Jahr 2023. Taiwan hat insgesamt 29 HIMARS-Systeme von den USA erworben. Die erste Lieferung von elf Systemen erfolgte im Jahr 2024. Eine zweite Charge von 18 Systemen soll im Jahr 2026 geliefert werden, ein Jahr früher als ursprünglich geplant. Details zum Verlauf der aktuellen Übung wurden vom taiwanesischen Militär nicht bekannt gegeben.
Redaktion / jd
















