Wie das Verteidigungsministerium in London am 20. April berichtet hat, fingen zwei britische Eurofighter „Typhoon“ fünf Tage zuvor ein russisches Propellerflugzeug vom Typ Ilyushin Il-20M (NATO-Code “Coot-A”) für elektronische Aufklärung (ELINT) und Fernmeldeaufklärung (COMINT) über der Ostsee ab. Gestartet waren die Jets der Royal Air Force (RAF) vom polnischen Luftwaffenstützpunkt Malbork ganz im Norden des Landes nahe der Ostseeküste. Zwei Tage später, am 17. April, legten wieder zwei britische „Typhoon“ einen Alarmstart hin, diesmal, um ein zunächst unbekanntes Flugzeug abzufangen, das in der russischen Exklave Kaliningrad gestartet war und sich nahe des NATO-Luftraumes befand. Im Nachhinein ist auch diese Maschine als „Coot-A“ identifiziert worden.
Im Rahmen des seit der Krim-Annexion 2014 laufenden NATO-Einsatzes „Enhanced Air Policing“ (eAP) an der Ostflanke wurden zuletzt sechs „Typhoon“-Jets mit rund 200 Begleitpersonen von der RAF-Station Lossiemouth im Nordosten Schottlands nach Polen verlegt, wo sie die 140. „Expeditionary Air Wing“ bilden. An diesem Air Policing von Malbork aus nehmen auch erstmals seit dem NATO-Beitritt Schwedens im vergangenen Jahr Kampfflugzeuge vom Typ „Gripen“ des skandinavischen Königreichs teil.
„Diese Mission“, so Luke Pollard, Parlamentarischer Unterstaatssekretär für die britischen Streitkräfte, „zeigt unsere Fähigkeit, Seite an Seite mit dem jüngsten NATO-Mitglied Schweden zu operieren und den Luftraum des Bündnisses wann immer und wo immer zu verteidigen, um sicher zuhause und stark im Ausland zu bleiben.“ Dabei ist es dem Verteidigungsministerium in London wichtig, darauf hinzuweisen, dass das „Typhoon“-Programm im gesamten Vereinigten Königreich mehr als 20.000 Arbeitsplätze sichert.
Dr. Gerd Portugall, M.A.






