Die schwedische Beschaffungsbehörde Försvarets materielverk (FMV) hat bei Thales eine Ausstattung mit Radar Ground Master 200 Multi-Mission Compact (GM200 MM/C)bestellt, um die Kapazitäten des schwedischen Luftraums zu stärken. Darüber haben FMV am 4. April und Thales am 7. April informiert.

Nach Angabe von FMV wird das Mittelstreckenradar (MRR) Bestandteil des neuen Sensorsystems zur Luft- und Oberflächenüberwachung, das im Rahmen des Programms Sensorsystem neu aufgebaut wird. Das derzeit verwendete PS-871 nähert sich dem Lebensdauerende und muss ersetzt werden.

Thales verweist auf die neueste Generation der 4D-AESA-Technologie (Active Electronically Scanned Array), die dem Radar eine höhere Zielgenauigkeit ermögliche und ein breites Spektrum von Bedrohungen erkennen und verfolgen kann. Die kompakte Bauweise des Systems ermöglich zudem eine höhere Einsatzflexibilität durch seine Mobilität und kurze Einsatzzeiten.

„Wir sind sehr stolz darauf, von der FMV ausgewählt worden zu sein, um die schwedischen Staats- und Verteidigungsfähigkeiten in einem zunehmend schwierigen Umfeld weiter zu stärken. Das Thales GM200 MM/C wird mit seiner High-End-Technologie einen wichtigen Beitrag zur nationalen Sicherheit leisten“, sagt Håkan Ahlström, Country Director Sweden, Thales.

Die Mittelstreckensysteme werden zu einer verbesserten Lageerfassung in der Luft und auf See beitragen, schreibt das FMV. Sie sorgen außerdem für mehr Mobilität, da sie grundsätzlich mobil sind. Das bedeute, dass die Radarabdeckung in priorisierten Bereichen schneller verstärkt werden könne, sagte Per Schylström, Projektmanager MRR, FMV.

Der Gesamtwert der Vereinbarung beträgt nach Angabe von FMV ungefähr eine Milliarde SEK (umgerechnet 91 Millionen Euro). Nach vorliegenden Informationen können dafür etwa sechs GM200 MM/C beschafft werden. Die Auslieferung des ersten Systems an FMV ist für 2026 geplant, danach erfolgen fortlaufende Lieferungen an die Streitkräfte.

Schweden ist das fünfte NATO-Land, das sich für dieses hochmobile Mehrzweckradar mittlerer Reichweite entschieden hat.

Redaktion / gwh