Daimler Trucks und ARX Robotics wollen in einer strategischen Partnerschaft die nächste Generation der digitalen Entwicklung im Bereich militärischer Fahrzeuge vorantreiben. Eine entsprechende Absichtserklärung haben die beiden Unternehmen am 28. März unterzeichnet, wie Daimler Trucks mitgeteilt hat.
Die Aktivitäten sollen sich zunächst auf die militärischen Fahrzeugvarianten der Baureihen Unimog und Zetros richten, die von der Organisationseinheit Mercedes-Benz Special Trucks (MBS) in Wörth am Rhein entwickelt, produziert und vertrieben werden. Mit der Integration von Robotik- und KI-Technologien aus dem Haus ARX Robotics sollen die Lkw für ein breiteres Aufgabenspektrum befähigt werden können.

Im Vordergrund steht dabei nach Angabe von Daimler Truck neben der Vernetzung die Bedienung durch Teleoperation und das autonome Fahren im freien Gelände. Die neuen digitalen Möglichkeiten basieren auf dem innovativen Mithra OS-Betriebssystem von ARX Robotics im Zusammenwirken mit Sensorikmodulen unter Nutzung von Künstlicher Intelligenz. In enger Zusammenarbeit wollen die beiden Unternehmen die Technologie basierend auf Erfahrungswerten stetig weiterentwickeln.
„Derzeit investieren und wachsen wir im Defence-Bereich, um Kundenbedürfnisse noch besser zu erfüllen und spezialisierte Lösungen für militärische Aufgaben anzubieten,“ sagte Daniel Zittel, Head of Defence Sales, Mercedes-Benz Special Trucks. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ARX Robotics, einem der führenden Startups für autonome Bodensysteme. Digitalisierung und KI werden eine Schlüsselrolle im Verteidigungsbereich spielen, insbesondere bei der Cyberabwehr, der Verteidigungslogistik und der internationalen Zusammenarbeit.“
„Die Zukunft von Landstreitkräften ist softwaredefiniert, denn nur so können sie im Bedarfsfall eng vernetzt agieren. Moderne Fahrzeuge sollten deshalb die aktuellen Software- und KI-Module aufnehmen können, um auch weiterhin ein effizienter Teil der NATO-Streitkräfte zu sein,“ ergänzte Marc Wietfeld, Mitbegründer und CEO von ARX Robotics. „Die Lösungen von ARX Robotics können in Verbindung mit den Offroad-Fahrzeugen von Mercedes-Benz Special Trucks für deutlich mehr Effizienz im Defence-Fahrzeugbereich sorgen. Unser geplantes Gemeinschaftsprojekt verfolgt einen europäischen Ansatz und zielt darauf ab, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Verteidigungsindustrie zu stärken.“

Integration des Mithra OS-Betriebssystems in Zetros und Unimog
Technologisches Kernstück ist der ARX Core, die zentrale Computing- und Networkingeinheit, die in den Fahrzeugen verbaut werden soll und die Einbindung von verschiedenen Sensoren, Kameras und Funksystemen unterstützt, schreibt Daimler Trucks. Damit sei Objekterkennung und schnelle Datenerfassung und -übermittlung in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz möglich. Die Fahrzeuge sollen dadurch beispielsweise in die Lage versetzt werden, autonom den besten Weg im Gelände zu einem definierten Standort zu finden, Minenräumungen ferngesteuert durchzuführen oder Verletzte aus Risikobereichen zu evakuieren, ohne dabei Besatzungsmitglieder in Gefahr zu bringen.
Als Erstes sollen Zetros-Lkw mit den digitalen Systemen von ARX Robotics ausgestattet werden. Zetros sind in geschützten und ungeschützten Varianten in zahlreichen Streitkräften, u.a. in Deutschland, der Ukraine und Kanada im Einsatz. Nach der technischen Implementierung in das Gesamtfahrzeug wollen die Partner unterschiedliche Einsatzszenarien erproben und weitere Fahrzeugtypen, wie beispielsweise auch den Unimog, für umfassende Vernetzung, Teleoperation und autonomes Fahren im freien Gelände befähigen.
Die Rüstsätze sollen so entwickelt werden, dass sie entweder in Neufahrzeuge oder in die bestehende Fahrzeugflotte eingerüstet werden können. Das zweigleisige Vorgehen ermögliche eine schnellere Umsetzung der Modernisierung und eine bessere Nutzung vorhandener Ressourcen, so Daimler Trucks. Damit wollen die Unternehmen bestmöglich zur Erneuerung der NATO-Fahrzeugflotte beitragen.
Erst vor drei Wochen hatte ARX Robotics seine Teilnahme an der EU Defence Innovation Operational Experimentation Kampagne bekannt gegeben. Diese Kampagne, die erste ihrer Art, die von der EDA initiiert wurde, ziele darauf ab, hochmoderne robotische und autonome Systeme in operationellen Situationen zu testen und zu validieren, schreibt ARX Robotics in einer Mitteilung. Mit der Kampagne werde die Integration neuer Technologien in die Entwicklung militärischer Fähigkeiten und Strategien zum Schutz der Streitkräfte beschleunigt. Die einsatzkritischen Technologien des Unternehmens basieren auf drei Säulen – Automatisierung, Interoperabilität und KI-gesteuerte Leistung – und seien entwickelt worden, um moderne Streitkräfte dabei zu unterstützen, ihre Operationen effektiver, anpassungsfähiger und sicherer zu gestalten.
Redaktion / gwh








