Drei Aufgaben habe der französische Militärgeheimdienst „Direction du Renseignement Militaire“ (DRM) zu erfüllen, so sein Direktor, Generalleutnant Jacques Langlade de Montgros (Jg. 1969), in einem am 21. März vom Verteidigungsministerium in Paris veröffentlichten Interview: erstens das in der Welt vorherrschende Chaos zu entschlüsseln, zweitens die Entscheidungsfindung der vorgesetzten Stellen – Staatspräsident, Minister und Generalstabschef – zu ermöglichen sowie drittens den Einsatz der Streitkräfte vorzubereiten.

Foto: DRM
Um diese Aufgaben in der heutigen Zeit erfüllen zu können – so der Drei-Sterne-General –, müsse innerhalb des Militärgeheimdienstes eine „dreifache Transformation“ stattfinden: erstens strategisch, zweitens organisatorisch und drittens digital. Die strategische Lageanpassung sei nötig geworden, weil „wir uns von der hauptsächlichen Aufklärung bei der Jagd nach Terroristen in der Sahel-Zone nun der hauptsächlichen Aufklärung des russischen Konkurrenten zugewandt haben“, so General de Montgros.
Die Transformation des Militärgeheimdienstes sei nach dem Beginn des russischen Vernichtungskrieges gegen die Ukraine im Jahre 2022 zweitens mittels Matrixorganisation erfolgt, wobei Aufklärung und Analyse erstmals zusammengefasst worden seien. Die Elemente dieser organisatorischen Matrix bestünden aus einzelnen „geographischen Zonen oder speziellen Themen“, so der DRM-Direktor.

Foto: Ministère des Armées, Christian Hamilcaro
Schließlich erfolge auch ein digitaler Umbau: Seit diesem Jahr werde eine Applikation namens „Escrim“ eingesetzt, um die Gesamtheit aller Aufklärungsdaten von technischen Sensoren und menschlichen Quellen „zu kapitalisieren und zu verschränken“, so General de Montgros. „Die Arbeit unserer Analysten wird so schneller, effektiver und vertiefter sein. Diese ‚App‘ wird genutzt bei ‚Artemis‘, der Plattform für künstliche Intelligenz des Ministeriums.“
Dr. Gerd Portugall







