In Oslo läuft derzeit die Underwater Defense Technology (UDT), eine der führenden Fachmessen für maritime Verteidigungstechnologien. Die Veranstaltung vereint Ausstellung, Vorträge und Workshops rund um die aktuellen Herausforderungen und technologischen Entwicklungen in der Unterwasserkriegführung. Im Fokus stehen in diesem Jahr vor allem fortschrittliche Sensorik, autonome Unterwasserfahrzeuge sowie Konzepte für cyber-physische Sicherheit.

Technologien, Trends und Taktiken für den maritimen Operationsraum der Zukunft

Die Underwater Defence Technology (UDT) hat sich längst als eine der bedeutendsten Fachmessen für maritime Sicherheit und Unterwasserkriegführung etabliert. In diesem Jahr versammelt die Veranstaltung erneut Fachpublikum aus Streitkräften, Forschung, Industrie und Politik – mit Oslo als Gastgeberstadt. Mehr als 2.000 Experten aus über 60 Ländern nutzen das internationale Forum, um sich über technologische Entwicklungen, sicherheitspolitische Rahmenbedingungen und operative Innovationen auszutauschen.

Die Eröffnung der UDT (Foto: hum)

Im Mittelpunkt der Messe stehen drei Themenkomplexe: moderne Sensorik, autonome Unterwasserfahrzeuge (AUVs/ROVs) sowie cyber-physische Sicherheitsarchitekturen. Ergänzt werden diese durch hochkarätig besetzte Panels, Vorträge und Workshops, die weit über reine Produktpräsentationen hinausreichen.

Ein zentraler Diskussionspunkt ist die zunehmende Integration künstlicher Intelligenz in die maritime Aufklärungs- und Gefechtsführung. Fortschritte in der Datenfusion, etwa bei der Kombination akustischer und optischer Sensorik, ermöglichen eine präzisere und schnellere Bewertung maritimer Bedrohungsszenarien – nahezu in Echtzeit. Die Verbindung von KI-gestützter Analyse mit der Steuerung autonomer Systeme eröffnet neue Handlungsspielräume für Einsatzkräfte unter Wasser.

Gleichzeitig zeigt die UDT, dass Interoperabilität kein technisches Schlagwort ist, sondern sicherheitspolitische Notwendigkeit. Die Verknüpfung klassischer Systeme mit neuen Cyber-Schutzmaßnahmen steht dabei ebenso im Fokus wie die Entwicklung robuster, resilienter Netzwerke für den unterseeischen Raum.

Rear Admiral Oliver Berdal, Chef der Königlich-Norwegischen Marine, bei seiner Keynote Address zur Eröffnung der UDT am 25. März (Foto: hum)

Neben etablierten Akteuren der Verteidigungsindustrie nutzen zunehmend auch Start-ups und Technologieanbieter aus dem zivilen Sektor die Bühne der UDT. Ihre Beiträge – von modularen Sensorplattformen über agile Softwarelösungen bis hin zu innovativen Navigationskonzepten – prägen den Charakter der Messe als technologische Ideenschmiede für maritime Sicherheit.

Mit über 40 Fachvorträgen, zahlreichen Live-Demonstrationen und einem spürbar gestiegenen Interesse an strategischen Fragen unbemannter Systeme hat die UDT 2024 erneut deutlich gemacht: Die Verteidigung unter Wasser ist ein Wachstumsfeld – technologisch wie politisch.

Hans Uwe Mergener