Armeen auf der ganzen Welt tragen Uniformen, deren Stoffe im Nordwesten Großbritanniens verarbeitet wurden. Nun hat die Firma Pincroft tief in die Tasche gegriffen, um ihre Produktion zu erhöhen.

Der britische Tarngewebehersteller Pincroft hat seine Marktposition mit einer Investition von 1,75 Millionen Euro in modernste Rotationsdrucktechnologie gefestigt. Der nach eigenen Angaben weltweit führende Anbieter für den Druck, die Färbung und Veredelung militärischer Gewebe empfing zur feierlichen Einweihung hochrangige britische Regierungsvertreter. Dabei gab das Unternehmen zudem bekannt, dass es die rotative Lasergravur-Technologie nutzen wolle, um seine nationalen Kapazitäten in der Tarngewebeproduktion zu stärken.

Der CEO von Pincroft, John Vareldzis, und Geschäftsführer Mike Collins empfingen zu der Veranstaltung in Adlington prominente Persönlichkeiten aus Großbritannien. Sir Lindsay Hoyle MP, Sprecher des britischen Unterhauses und Abgeordneter für Chorley, folgte der Einladung des Unternehmens ebenso wie Maria Eagle MP, Staatsministerin für Verteidigungsbeschaffung und Industrie. In einem symbolischen Akt eröffneten sie die militärische Druckerweiterung.

Die offizielle Eröffnung der militärischen Druckerweiterung, in Anwesenheit von John Vareldzis, CEO von Pincroft (links), Sir Lindsay Hoyle MP, Sprecher des britischen Unterhauses und Abgeordneter für Chorley, und Geschäftsführer Mike Collins (rechts) (foto: Pincroft)

In Adlington werde „das beste Tarngewebe der Welt gedruckt“

In den Gesprächen ging es nach Unternehmensangaben vor allem um die Stärkung nationaler Lieferketten, lokale Arbeitsplätze und die Frage, wie die Produktion von Tarngewebe wieder nach Großbritannien verlagert werden kann. Sir Hoyle lobte die „bedeutende Investition“, die hochwertigen Arbeitsplätze schaffe. In den Firmenhallen in Adlington werde „das beste Tarngewebe der Welt gedruckt“.

Staatsministerin Eagle ergänzte: „Die Bedeutung dieser in Großbritannien verfügbaren Fähigkeit, Uniformen nach diesen Standards herzustellen, ist offensichtlich. Dadurch bleibt das geistige Eigentum an den Designs der Uniformen im Land, anstatt weltweit verteilt zu werden.“ Diese Fähigkeit vor Ort zu wissen, sei eine „enorme souveräne Stärke“.

Pincroft sieht in der Investition „eine enorme Wachstumschance“

Pincroft-CEO Vareldzis hob die jahrzehntelange Erfahrung im militärischen Druck hervor. Die neue Rotationsdrucktechnologie versetze das Unternehmen in die Lage, den Kundeanforderungen zielgenau gerecht zu werden, neue Märkte zu erschließen und mehr Vielseitigkeit zu bieten, was auch leichtere Gewebe einschließe. Geschäftsführer Collins sieht in der Investition „eine enorme Wachstumschance“. Durch die zusätzliche Ausrüstung habe Pincroft die jährliche Kapazität auf über acht Millionen Meter erhöht und sei damit „bestens auf die steigende Kundennachfrage vorbereitet“.

Die neue Investition umfasst eine Rotascreen TG des österreichischen Herstellers Zimmer, ausgestattet mit zwölf Druckköpfen und einem Magnetsystem, das höchste Präzision, schnellere Nachbestellungen und eine gleichmäßige Druckqualität gewährleiste. Um die Produktion weiter zu optimieren, hat das Unternehmen zudem die Siebherstellung mit dem SPGPrints bestLEN Direct Rotary Engraving System in-house integriert. Dies ermögliche eine größere Flexibilität, Kreativität und Geschwindigkeit bei der Entwicklung neuer Designs für ihre Kunden – von der Idee bis zum bedruckten Gewebe.

Pincroft exportiert nach eigenen Angaben in mehr als 80 Länder und verfügt über eine jährliche Produktionskapazität von insgesamt über 50 Millionen Metern. Zu den Spezialgebieten des Unternehmens gehören das Bedrucken von Textilien für den Militäreinsatz und die flammhemmende Veredelung. Armeen auf der ganzen Welt tragen Uniformen, deren Stoffe in Adlington bedruckt und veredelt wurden.

Redaktion