Am 7. Februar konnten sich beim Gründerzentrum brigkAIR in Ingolstadt acht Startups einem Publikum aus Industrie, Wirtschaft, Militär und Medien präsentieren. Eingeladen hatte der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, die Schirmherrschaft lag bei Dr. Reinhard Brandl (CSU), Mitglied des Deutschen Bundestages und ordentliches Mitglied des Verteidigungsausschusses sowie des Gremiums „Sondervermögen Bundeswehr“.

„Eine starke und dynamische Startup-Landschaft ist ungemein wertvoll für die Weiterentwicklung von Zukunftstechnologien – das gilt für zivile wie auch militärische Anwendungen. Der BDLI Startup Pitch Day hat nun erneut gezeigt, welch großen Beitrag DefTech-Startups aus Deutschland mit ihren Innovationen zur Verteidigungs- und Wettbewerbsfähigkeit Europas leisten können. Aus diesem Grund schätzen wir die enge Partnerschaft mit dem BDLI ungemein,“ sagt Jurymitglied Dr. Franz Glatz, Geschäftsführer von brigkAIR. Und auch Marie-Christine von Hahn, Hauptgeschäftsführerin des BDLI und ebenfalls Jurymitglied, ist überzeugt: „Hier kommen visionäre Lösungen mit führenden Unternehmen der Branche zusammen: So wird Zukunft gemacht. BDLI und brigkAIR schaffen einen Ort der Begegnung, des Austauschs und der Inspiration zwischen Wissenschaft, Industrie und Bundeswehr, damit wir auch morgen sicher leben können.“

Maximilian Oligschläger, ERC (rechts) nimmt den ersten Preis des BDLI Startup Pitch Days in Ingolstadt von Dr. Franz Glatz, Geschäftsführer brigkAIR, Marie-Christine von Hahn, Hauptgeschäftsführerin des BDLI und Dr. Reinhard Brandl, MdB (v.l.n.r.) entgegen. Foto: brigkAIR

„Die Zukunft der Luftfahrt ist elektrisch“

In jeweils zehn Minuten präsentierten die Gründer aus Deutschland und Europa der dreiköpfigen Jury und dem siebzigköpfigen Fachpublikum ihre Vorhaben. Das Spektrum reichte von einer hochautomatisierten Zieldarstellungsdrohne für Flugabwehrwaffen aus Lettland über neue Anwendungsfelder KI-basierter Virtual Reality für Simulationen und Darstellungen bis hin zu neuen lasergestützten Übertragungskanälen für drohnengestützte Höchstgeschwindigkeitsdatenübermittlung.

Den Wettbewerb gewann das Ottobrunner eVTOL (electrical Vertical Take Off and Landing) Startup ERC für seine elektrisch bzw. hybridangetriebenen Großcopter. Während ein ERC-Octocopter-Demonstrator bereits mit einer Nutzlast von drei Tonnen abheben konnte und den Rekord in Europa hält, soll das Kabinen-eVTOL erst in diesem Sommer abheben. Es nutzt zum Senkrechtstart Rotoren und für den Streckenflug Tragflächen. Mit einer Nutzlast von 500 Kilogramm soll es elektrisch eine Reichweite von 190 Kilometer und hybrid angetrieben bis zu 800 Kilometer haben.

Einen Sonderpreis erkannte die Jury dem ukrainischen Startup AILAND zu. Es produziert ein drohnengestütztes Minenerkennungssystem, das über Metall- und optische Sensoren KI-unterstützt Minen und Munition auf der Oberfläche und im Boden erkennen und automatisiert ein vordefiniertes Gelände abfliegen und erschließen kann.

Beide Startups erhalten eine Mitgliedschaft beim BDLI und eine Einladung zum Verbandsstand an der internationalen Pariser Luftfahrtshow in Le Bourget im Sommer.

Einzigartiger Standort für Startups

Ingolstadt empfiehlt sich für die Startup-Szene mit seiner einzigartigen Verbindung von Industrie, Sitz von Großunternehmen und KMU sowie dem Flughafen Manching mit seinen Flugzeugwerken und der Wehrtechnischen Dienststelle 61 der Bundeswehr zur Flugerprobung, meint der Ingolstädter Bundestagsabgeordnete Dr. Reinhard Brandl: „Wir haben in Ingolstadt eine einzigartige Kompetenz, vor allem im Bereich der militärischen Luftfahrt durch die wehrtechnische Dienststelle und durch Airbus. Woran es aber in der Vergangenheit fehlte, war ein großes ‚Ökosystem’, weil die Unternehmen wie Airbus und die WTD eher isoliert waren. Und es war schwierig für Startups, dorthin einen Weg zu finden. Mit brigkAIR haben wir diesen Weg vereinfacht.“

Stefan Bitterle