Zum ersten Mal ist der Lenkflugkörper Meteor von einem Kampfflugzeug Eurofighter der Luftwaffe verschossen worden, hat die Bundeswehr auf ihrer Webseite mitgeteilt. Mit dem erfolgreichen Schuss im schottischen Lossiemouth wächst der Waffenmix für die deutschen Eurofighter. Für die Testschüsse waren drei Eurofighter im Einsatz: Zwei wurden mit Lenkflugkörpern ausgestattet, der dritte fungierte als sogenanntes Chase-Luftfahrzeug und dokumentierte das Abgangsverhalten des Lenkflugkörpers mit einer Kamera.

Bisher verfügte Deutschland über den Kurzstrecken-Lenkflugkörper IRIS-T (Infra-Red Imaging System–Tail/Thrust Vector-Controlled) – einem hitzesuchenden Lenkflugkörper – und den Mittelstrecken-Lenkflugkörper AMRAAM (Advanced Medium-Range Air-to-Air Missile) für den Eurofighter, schreibt die Bundeswehr. Der Langstrecken-Lenkflugkörper Meteor mit einer Reichweite von bis zu 200 Kilometern ergänze den Waffenmix für Distanzen außerhalb der Sichtweite der Pilotinnen und Piloten. Mit Meteor stehe ein hochmoderner und äußerst leistungsstarker Effektor zur Verfügung, um gegen feindliche Luftfahrzeuge in großer und mittlerer Entfernung wirken zu können. Denn im Bündnisfall müsse die Bundeswehr über eine größere Bekämpfungsreichweite als ihr Gegner verfügen.

Nach Angabe der Bundeswehr nutzen die britischen, spanischen und italienischen Streitkräfte ebenfalls den Eurofighter und beteiligen sich demnach auch an dem Beschaffungsprojekt Meteor. Alle Staaten verfolgen das gleiche Ziel, arbeiten zusammen und tauschen Daten aus. Insgesamt werden künftig mehr als sechs Nationen den Lenkflugkörper nutzen.

Der Luft-Luft-Lenkflugkörper Meteor wird für die Testschüsse vorbereitet. (Foto: Bundeswehr Dirk Bannert)

Meteor wird in einer europäischen Kooperation (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Schweden und Spanien) unter britischer Führung realisiert. Der deutsche Anteil (16Prozent) besteht aus dem Gefechtskopfsystem von TDW (MBDA Deutschland, Schrobenhausen), Inertial Measurement Unit (IMU) von der Northrop Grumman LITEF GmbH (Freiburg) und dem Triebwerk von der Bayern-Chemie (MBDA Deutschland, Aschau am Inn). Durch ein regelbares Feststoff-Staustrahltriebwerk (Ramjet) können Reichweiten von über 200 km und in Höhen über 20.000 m Durchschnittsgeschwindigkeiten von Mach 4 erreicht werden.

Erst am 13. November 2024 hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages rund 521 Millionen Euro für die Beschaffung von Luft-Luft-Lenkflugkörpern Meteor samt Zubehör freigegeben (ESuT berichtete). Die Bundeswehr hat ab 2016 das erste Los Meteor mit 150 Lenkflugkörpern erhalten. 2019 wurde das zweite Los mit 100 Stück in Auftrag gegeben (ESuT berichtete). Demnach kann das im November gebilligte dritte Los kann mit rund 270 Meteor abgeschätzt werden.

Redaktion / gwh