Wie das Verteidigungsministerium in London berichtet, hat der britische Ressortchef John Healey am vergangenen Mittwoch zum zweiten Mal seit seinem Amtsantritt im Juli für zwei Tage die ukrainische Hauptstadt Kiew besucht. Vor Ort betonte der Verteidigungsminister, dass seit dem Beginn des russischen Vernichtungskrieges gegen die Ukraine „die Tiefe von Putins Fehlkalkulation deutlicher denn je zutage“ trete. „Wir“, so Healey weiter, „werden immer Schulter an Schulter (an der Seite der Ukraine) stehen, um sicherzustellen, dass Putin nicht siegen kann.“ Trotzdem, so das „Ministry of Defence“, sehe sich Putin veranlasst, „täglich bis zu 2.000 russische Soldaten auf dem Schlachtfeld in den Tod zu schicken.“

Der britische Verteidigungsminister John Healey (r.) mit dem stellvertretenden ukrainischen Verteidigungsminister Serhiy Boyev (l.) vor der Gedenkwand für die Gefallenen in Kiew.
Foto: UK MOD, Tim Hammond

Bei seinem Besuch in Kiew stellte der Minister ein neues Hilfspaket im Wert von 225 Millionen Pfund Sterling (271 Millionen Euro) vor, die sich wie folgt zusammensetzen: 92 Millionen Pfund (111 Millionen Euro) sind für die ukrainischen Seestreitkräfte vorgesehen, die von einem Marinebündnis unter der Führung des Vereinigten Königreichs und Norwegens unterstützt werden. 68 Millionen Pfund (82 Millionen Euro) sind für die dringend benötigte Luftverteidigung veranschlagt. 26 Millionen Pfund (31 Millionen Euro) sollen in Wartung und Ersatzteile von bereits geliefertem Gerät fließen. 39 Millionen Pfund (47 Millionen Euro) verteilen sich auf so unterschiedliche Ausrüstung wie 1.000 Anti-Drohnen-EloKa-Systeme und Atemschutzgeräte. Außerdem sollen Sprengladungen für mehr als 90.000 Artilleriegeschosse im Kaliber 155 Millimeter geliefert werden für die Dutzenden von Panzerhaubitzen vom Typ AS90, welche die Ukraine bereits von Großbritannien erhalten hat.

Ein Ausbilder des „Royal Regiment of Scotland“ schult ukrainische Soldaten bei der Entschärfung von Sprengfallen.
Foto: NATO, Jonathan Neill

Ein weiterer Schwerpunkt der britischen Unterstützungsleistungen findet im Rahmen des Ausbildungsprogramms „Operation Interflex“ statt, an der sich zwölf weitere Partnerstaaten beteiligen. Seit Sommer 2022 sind so mehr als 51.000 ukrainische Soldaten auf britischem Boden geschult worden.

Dr. Gerd Portugall