Im Auftrag des ukrainischen Verteidigungsministeriums liefert Rheinmetall mehrere zehntausend unterschiedliche Treibladungsmodule für 155mm-Geschosse zur Unterstützung des Abwehrkampfes der Ukraine. In einer Mitteilung vom 18. Dezember beziffert Rheinmetall den Auftragswert auf neun Millionen Euro. Die Lieferung der Module soll im Januar 2025 erfolgen.

Zu einem „Full Shot“ gehören bei der PzH 2000 eine Geschosshülle mit Sprengladung oder anderer Nutzlast, Treibladungen und ein Treibladungsanzünder. Je nach geplanter Schussweite werden aus dem Modularem Treibladungssystem (MTLS) bis zu sechs Module geladen. Die Module sind für lange bzw. kurze Reichweiten vorkonfiguriert, können aber nach Bedarf zusammengesteckt werden.

Die Lieferungen gehören zu den Unterstützungsleistungen der Bundesregierung an die Ukraine, finanziert aus der Ertüchtigungsinitiative. In der Liste der Bundesregierung über die Ausrüstungs- und Waffenlieferungen an die Ukraine ist die Ausstattung der ukrainischen Artillerie einer der Schwerpunkte. Artilleriemunition in großem Umfang ist sowohl unter „geliefert“ als auch unter „in Vorbereitung/Durchführung“ aufgeführt.

Für das Modulare Treibladungssystem werden unterschiedlich konfigurierte Module hergestellt. (Foto: Gerhard Heiming)

Rheinmetall ist nach eigener Angabe einer der weltweit führenden Hersteller von Großkalibermunition und Treibladungssystemen. In der modernen Artillerie werden Geschosse und Treibladungen separat geladen, um unterschiedliche Reichweiten zu erzielen. Seit Beginn der Invasion Russlands in der Ukraine baut Rheinmetall seine Kapazitäten zur Herstellung insbesondere von Artilleriemunition stark aus. Ziel ist eine Jahresproduktion von mehreren Millionen „Full Shot“ pro Jahr.

Mit umfangreichen Lieferungen und Unterstützungsleistungen für die Ukraine gilt Rheinmetall inzwischen als der wichtigste rüstungsindustrielle Partner des Landes bei seinem Abwehrkampf gegen die russische Aggression. So haben das Unternehmen und die Ukraine während der „Ukraine Recovery Conference 2024“ in Berlin ein Memorandum of Understanding zum Ausbau ihrer strategischen Zusammenarbeit unterzeichnet, schreibt Rheinmetall. Die Vereinbarung ziele darauf ab, weitere Bereiche für eine vertiefte Kooperation zwischen der ukrainischen Verteidigungsindustrie und dem Düsseldorfer Technologiekonzern zu identifizieren und zu entwickeln.

Konkrete Projekte in Planung sind Rheinmetall zufolge die Fertigung von Artilleriemunition sowie die Lieferung und die Produktion von Lynx-Schützenpanzern. Im Rahmen der Zusammenarbeit solle neben möglichen Direktlieferungen durch Rheinmetall auch die (Re-)Industrialisierung von nationalem Fertigungs-Know-how einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Verteidigungsfähigkeit der Ukraine bilden.

Redaktion / gwh