Diesen Montag hat der britische Verteidigungsminister John Healey auf einer wehrtechnischen Konferenz in London die ersten Grundzüge einer neuen Regierungsstrategie für die Verteidigungsindustrie vorgestellt. Dazu ist gleichzeitig eine diesbezügliche Absichtserklärung (hier findet sich Dokument) des „Ministry of Defence“ (MoD) veröffentlicht worden. Aktuell ist geplant, diese Strategie in der ersten Hälfte des kommenden Jahres zu veröffentlichen.

Rolls-Royce baut britische Atom-U-Boote für die nukleare Abschreckung.
(Foto: Rolls-Royce Submarines)

Die letzte „Defence Industrial Strategy” (DIS) stammt aus dem Jahr 2021, das heißt, sie wurde noch vor dem Beginn des russischen Vernichtungskrieges gegen die Ukraine beschlossen. Deshalb hat sich die britische Regierung jetzt zu Verteidigungsausgaben mit einem Anteil von 2,5 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) verpflichtet, die sich auch in der kommenden DIS niederschlagen sollen.

Mit den zunehmenden globalen Bedrohungen, so das MoD, werde die künftige Verteidigungsindustriestrategie Abschreckung in den Mittelpunkt stellen, damit Gegner sicher sein könnten, dass das Vereinigte Königreich über eine industrielle Basis verfüge, die Neuerungen in einer für Kriegszeiten nötigen Geschwindigkeit realisieren könne. „Wir“, so Minister Healey, „werden den privaten Sektor mobilisieren, mehr öffentliche Ausgaben in britische Unternehmen leiten sowie Arbeitsplätze und Wachstum in jedem Landesteil und jeder Region des Vereinigten Königreichs schaffen, um uns diesen globalen Bedrohungen stellen zu können.“

Der Einsatz von KI macht die elektronisch angetriebene X-Wing-Drohne HX-2 von Helsing UK resistent gegen elektronische Störmaßnahmen.
(Foto: Helsing)

Vor diesem Hintergrund haben britische Rüstungsunternehmen bereits entsprechende Ankündigungen getätigt. So plant Helsing, Europas größte Firma für militärische Künstliche Intelligenz (KI), die Massenproduktion von Tausenden von KI-Kampfdrohnen. BAE Systems und Babcock wollen zahlreiche personelle Neueinstellungen vornehmen. Rolls-Royce schließlich wird die Auslieferung von neuen U-Booten unterstützen.

Dr. Gerd Portugall