Die U.S. Army hat die amerikanische Rheinmetall-Tochter American Rheinmetall Vehicles (ARV) mit der Lieferung von acht Prototypen für das Programm Small Multi-Purpose Equipment Transport Vehicle (S-MET) beauftragt, wie Rheinmetall am 7. Oktober gemeldet hat. Im Increment II des Programms ist außerdem HDT Expeditionary Systems mit der Lieferung von weiteren acht Prototypen beauftragt worden.

ARV wird nach eigener Angabe die acht Prototypen 2025 herstellen und an die U.S. Army ausliefern. Dort sollen sie gemeinsam mit der Plattform von HDT getestet und bewertet werden, bevor die Army eine Auswahlentscheidung für eines der Systeme trifft und die Serienproduktion eingeleitet wird.

Rheinmetall schickt ein an die Anforderungen der U.S. Army angepasstes unbemanntes Fahrzeug ins Rennen, das vom Mission Master abgeleitet ist. Die Mission Master-Familie umfasst eine Reihe von modularen, autonomen Plattformen für verschiedene Missionen wie Aufklärung, Überwachung, Drohnenabwehr (cUAS) und logistische Unterstützung. Die S-MET-Lösung von American Rheinmetall Vehicles nutzt die bahnbrechenden Fortschritte in der besatzungslosen Technologie der Mission Master-Fahrzeuge, um ein UGV zu liefern, das auf die besonderen Anforderungen des S-MET-Programms der U.S. Army zugeschnitten ist, schreibt Rheinmetall. Die Plattform verwende auch viele ausgereifte kommerzielle Komponenten, die bereits im Bestand der U.S. Army oder im kommerziellen ATV-Bereich (ATV: All Terrain Vehicle) zu finden sind. Das senke die Kosten und erhöhe die Zuverlässigkeit. Die Verbundstruktur des Fahrzeugs und die verwendeten Materialien tragen dazu bei, Risiken im Bereich der elektromagnetischen Verträglichkeit zu mindern.

„American Rheinmetall Vehicles fühlt sich durch die Entscheidung der Army geehrt und freut sich darauf, die S-MET-Plattform zu liefern, die aufgrund ihrer technologischen Exzellenz, Erschwinglichkeit und Zuverlässigkeit besonders attraktiv ist“, sagt Jim Schirmer, Senior Vice President und stellvertretender Geschäftsführer von American Rheinmetall Vehicles.

In dem Vorhaben arbeitet Rheinmetall mit Textron Systems und deren Tochtergesellschaft Howe & Howe zusammen. Diese beiden Unternehmen steuern Rheinmetall zufolge zum Programm S-MET Inc II umfangreiche Kenntnisse in den Bereichen Robotik und Systemintegration bei, die u.a. in der Entwicklung der multimissionsfähigen Bodenroboterplattformen RIPSAW M5 und M3 für die Robotic Combat Vehicle (RCV)-Programme der Army erworben wurden.

Der Vorschlag von Rheinmetall für das S-MET ist vom Mission Master abgeleitet. (Foto: Rheinmetall)

Nach Information des zuständigen Project Executive Office (PEO) bei der U.S. Army beträgt der Auftragswert für die zweimal acht Prototypen insgesamt 22 Millionen US-Dollar (umgerechnet 20 Millionen Euro).

Die unbemannte Fahrzeuge des Increment II sollen eine Nutzlast von 2.000 lb (907 kg) tragen können. Sie sollen mehr elektrische Energie als im Increment I abgeben können, um moderne Missionsnutzlasten wie unbemannte Luftsysteme und Kommunikationsgeräte zu unterstützen. Weitere Verbesserungen betreffen die Audiosignatur, die Kommunikation in einem Mesh-Netzwerk, weltweite Lademöglichkeiten, die Zuverlässigkeit und eine modulare offene Architektur, die einfache und kostengünstige Nachrüstungen ermöglicht.

„S-MET unterstützt den Auftrag der Army, Roboter- und autonome Systemfähigkeiten mit hoher Priorität zu implementieren, um das Risiko für Soldaten in Operationen in mehreren Bereichen zu verringern“, sagte Kyle Bruner, Projekt Manager für Force Projection beim PEO.

Nach erfolgreichem Abschluss der Erprobung ist geplant, bis zum Ende des Haushaltsjahres 2027 mit einem ausgewählten Unternehmen eine Produktionsvertrag zu schließen. Der Bedarf der U.S. Army an Fahrzeugen für S-MET beträgt bis zu 2.195 Systeme.

Gerhard Heiming