Der Schutz des japanischen Kampfpanzers Type 10 soll auf eine höhere Stufe angehoben werden. Das japanische Verteidigungsministerium hat am 20. September bekanntgegeben, dass für den Kampfpanzer Type 10 untersucht werden soll, ob mit aktivem Schutz (APS) und einer fernbedienbaren Waffenstation (RCWS) die Durchsetzungs- und die Überlebensfähigkeit verbessert werden können.

Der Schutz des Type 10 gegen Panzerabwehrlenkflugkörper und unbemannte Fluggeräte soll bedrohungsgerecht verbessert werden. Wie berichtet wird, sollen drei aktive Schutzsysteme dahingehend untersucht werden, ob sie den geforderten Schutz liefern können und ob und wie sie in den Panzer integriert werden können. Soweit bekannt, stehen die Systeme Trophy (von Rafael), StrikeShield (von Rheinmetall) und Iron Fist (von Elbit) zur Auswahl. Bei der RCWS soll die Wahl auf die Protector RS6 von Kongsberg gefallen sein, die mit einer 30mm Kanone und stabilisierter Optik ausgerüstet ist.

120mm Kanone, automatischer Lader, bemannter Turm und maximal 48 Tonnen Gewicht gehören zur Charakteristik des japanischen Kampfpanzers Type 10. (Foto: JGSDF)

Der Type 10 ist ein moderner Kampfpanzer, der mit geringer Stückzahl seit 2010 produziert wird. Bisher verfügen die japanischen Selbstverteidigungskräfte über etwas mehr als 100 Type 10. Mit seinem Gefechtsgewicht zwischen 40 und 48 Tonnen kann der Panzer rund fünf Sechstel der Brücken im japanischen Verkehrsnetz befahren. Das gehörte zu den Entwicklungszielen. Das Gewicht kann u.a. durch Abnehmen von Panzerungselementen verringert werden. Als Antrieb dient ein 880kW-Dieselmotor von Mitsubishi, der eine Höchstgeschwindigkeit vorwärts wie rückwärts von 70 km/h ermöglicht.

Die 120mm/L44-Glattrohrkanone ist eine Eigenentwicklung von Mitsubishi Heavy Industries, die NATO-standardisierte 120mm-Munition verschießen kann. Trotz automatischem Lader sind Kommandant und Richtschützen im Turm untergebracht.

Sobald über die Modernisierung entschieden ist, sollen die Panzer in der Produktion umgerüstet werden. Welcher Anteil der Bestandspanzer modernisiert wird, ist noch nicht bekannt.

Insidern zufolge soll der Bestand an Typ 10 Kampfpanzern auf bis zu 300 Stück ansteigen.

Gerhard Heiming