Gijs Tuinman, niederländischer Staatssekretär für Verteidigung, und Pierre Eric
Pommellet, CEO von Naval Group, unterzeichneten die Liefervereinbarung für das
Programm „Replacement Netherlands Submarine Capability (RNSC)“. (Foto: Naval Group)Nun ist es vollzogen. Im niederländischen Den Helder unterzeichnete der Vorstandsvorsitzende der Naval Group, Pierre Eric Pommellet, und Gijs Tuinman, niederländischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium am 30. September eine Liefervereinbarung über vier U-Booten des Typs Barracuda an die Königlich Niederländische Marine.
Die Beschaffungsentscheidung war im März gefallen (ESuT berichtete). Naval Group schlug mit seiner neu entwickelten Barracuda-Klasse tkMS und das Tandem Damen-SAAB/Kockums aus dem Rennen. Barracuda Shortfin wird die dieselelektrische Variante der U-Bootklasse, die mit nuklearem Antrieb in der französischen Marine gefahren wird. „Orka“, „Zwaardvis“, „Barracuda“ und „Tijgerhaai“ sollen die nunmehr drei im Dienst befindlichen U-Boote der Walrus-Klasse ersetzen. Bei 82 Metern Länge, einem Durchmesser von 8,2 Metern verdrängen die Boote ca. 3.300 Tonnen. Sie verfügen über sechs 533-mm-Rohre und sollen nach französischen Medienangaben bis zu 30 Waffen (schwere Torpedos, Anti-Schiffsraketen, Marschflugkörper) an Bord nehmen können. Je nach Auftrag umfasst die Besatzung zwischen 35 und 43 Personen, wobei insgesamt 59 Personen Raum an Bord finden können. Gemäß früheren Angaben des niederländischen Verteidigungsministeriums hat der Auftrag einen Gesamtwert von 5,6 Mrd. Euro, worin die Kosten für den Bau und weitere Kosten enthalten sind. Drei Jahre nach dem Ausstieg Australiens aus einem umfangreicher U-Bootbeschaffungsprogramm kann die Naval Group mit dem Deal einen internationalen Erfolg einfahren.

Pommellet, CEO von Naval Group, unterzeichneten die Liefervereinbarung für das
Programm „Replacement Netherlands Submarine Capability (RNSC)“. (Foto: Naval Group)
Anders sieht es für den niederländischen Marineschiffbau aus, dem im europäischen Rahmen die Felle wegschwimmen. Mit einer möglichen deutschen Richtungsentscheidung bei F127 für einen MEKO-Entwurf wird die mit Damen eingegangene Verbindung bei F126 zur vorläufigen Sackgasse. Darüber werden auch die mit der Naval Group getroffenen Kooperationsvereinbarungen nicht hinweghelfen.

Pommellet, CEO von Naval Group, unterzeichneten die Liefervereinbarung für das
Programm „Replacement Netherlands Submarine Capability (RNSC)“. (Foto: Naval Group)
Nach der Pressemitteilung der Naval Group vom 30. September 2024 verpflichtet sich das Unternehmen, „über einen Zeitraum von zwanzig Jahren mit zahlreichen niederländischen Schlüsselunternehmen und Wissensinstituten zusammenzuarbeiten. Dieser Plan bezieht das Netzwerk der niederländischen Partner von Naval Group in Bezug auf Schlüsselsysteme und -komponenten ein und stellt sicher, dass das niederländische Ökosystem Fachwissen und Engagement über den gesamten Lebenszyklus von U-Booten entwickelt und beibehält.“ Das langfristige Engagement wird durch ein Abkommen über industrielle Zusammenarbeit gestützt, das bereits am 10. September mit dem niederländischen Wirtschaftsministerium gezeichnet wurde.

Andererseits haben die Niederländer aus deutscher Sicht eine Chance zur Zusammenarbeit und zur Standardisierung im U-Bootbau und -betrieb ausgelassen. Mit dem deutsch-norwegischen U-Boot U212CD sowie der Zusammenarbeit bei Beschaffung und Betrieb von U-Booten mit Italien und Portugal besteht ein breites Kooperationsnetzwerk, das Kosteneffizienz und Optimierung der Einsatzfähigkeit ermöglicht.

Hans Uwe Mergener











