Auch einen Monat nach Abschluss des European Land Robot Trial 2024 (ELROB) in Trier laufen Ergebnismeldungen der Teilnehmer ein. Jetzt hat Rheinmetall über die erfolgreiche Teilnahme des InterRoC-Teams berichtet. Das Team ist gebildet aus dem Bereich Forschung & Technologie der Rheinmetall Landsysteme und der Rheinmetall Canada, das der Meldung zufolge mit einer Kombination aus HX-LKW und integriertem Autonomie-Kit PATH in der Kategorie „Automatisierter Konvoi“ den ersten Platz belegt hat.

Das Rheinmetall Autonomie-Kit PATH („PATH A-Kit“) ist nach Rheinmetall-Angaben ein KI-gestütztes Navigationssystem, das sich in nahezu jedes Fahrzeug installieren lässt. Es habe sich schon mehrfach in Versuchen in diversen Plattformen bewährt, darunter in der Robotik-Fahrzeugfamilie Mission Master. Erst letztes Jahr sei es bei den 2023 Estonia Unmanned Ground Systems Autonomy Trials erfolgreich im Einsatz gewesen. Bei der ELROB 2024 habe das PATH A-Kit zwei der hochmobilen HX-Logistikfahrzeuge im Rahmen des Konvoi-Szenarios gesteuert. Beide HX-Fahrzeuge seien zudem mit einem Drive-by-Wire System ausgestattet.

Über die Wettbewerbsaufgabe schreibt Rheinmetall: Die HX-Fahrzeuge mussten elf verschiedene Hindernisse auf einem sechs km langen Rundkurs überwinden. Zu den schwierigsten Herausforderungen gehörten schmale Wege, Übergänge zwischen Straßen- und Geländefahrten, das Navigieren durch offene und dichte Wälder, Kommunikationsstörungen, Rückwärtsfahrten und das Umfahren von Hindernissen. „Die Strecke war sehr anspruchsvoll. Die Organisatoren haben fantastische Arbeit geleistet, um den Wettbewerb zu einem realistischen militärischen Szenario zu machen, und unsere Leistung zeigt, dass das Rheinmetall PATH-A-Kit für reale Anwendungsfälle bereit ist“, so Paul Rocco, Geschäftsführer von Rheinmetall Provectus. Das Unternehmen wurde 2019 von Rheinmetall Canada übernommen.

Der größte Teil der Strecke führte durch Gelände mit dichtem Laub und musste daher im Konvoi Modus ohne GPS absolviert werden. „Dies ist das erste Mal, dass wir diese neue spezifische Fähigkeit demonstriert haben, die ein bedeutendes Upgrade für das PATH A-Kit darstellt“, sagte Luc Brunet, Direktor für Robotik und autonome Systeme bei Rheinmetall Provectus. „Wir waren in der Lage, nahtlos zwischen GPS-fähigen und GPS-freien Umgebungen zu wechseln, ohne dass es zu einer Beeinträchtigung der Funktionalität oder zu einer spürbaren Veränderung des Betriebs kam.“

Das Projekt InterRoC ist nach Rheinmetall-Angaben vor vier Jahren gestartet worden, um die Kundenforderungen an zukünftige autonome Logistikfahrzeuge ableiten zu können. Es werde kontinuierlich vom BAAINBw durch Ergänzungsaufträge in Bezug auf die Systemfähigkeiten erweitert. Unter anderem umfasst es zwei militärische HX2-Lkw, die mit Autonomie-Kits und Drive-by-Wire ausgerüstet sind, und sich gegenseitig in einem Leader-Follower-Prinzip folgen. Im Hinblick auf die ELROB 2024 wurde das von Rheinmetall Canada Inc. entwickelte Autonomie-Kit PATH zusätzlich in die Fahrzeuge eingerüstet, sodass die Teilnahme am Wettbewerb mit einer kompletten „Rheinmetall-Lösung“ erfolgen konnte.

Redaktion / gwh