Auf der Informationsplattform X hat das ukrainische Verteidigungsministerium am 9. Juli mit dem Kommentar „Great news from Gemany“ das Eintreffen eines weiteren Pakets militärischer Ausrüstung gemeldet und die Tabelle mit den Hilfsgütern mit „Thank you Gemany“ abgeschlossen. Zeitgleich hat die deutsche Bundesregierung ihre Liste über Lieferungen an die Ukraine, die aus der Ertüchtigungshilfe finanziert werden, aktualisiert.

Das bedeutendste Großgerät ist das mittlerweile dritte Luftverteidigungssystem (LVS) Patriot aus Deutschland, das mitsamt Ersatzteilen und Flugabwehrraketen in diesen Tagen übergeben wurde. Das System verstärkt die dringend notwendige Luftverteidigung und reiht sich ein in sechs LVS IRIS-T SLM/SLS, zwei LVS Skynex, 52 52 FlakPz Gepard und über 3.000 Fliegerabwehrmittel Stinger und Strela, die allein Deutschland gespendet hat. Ergänzt wird der Luftverteidigungssektor durch zwei neue TRML-4D, deren Bestand in der Ukraine damit auf elf Systeme anwächst.

Die Soldaten der ukrainischen Streitkräfte freuen sich über die Unterstützung aus Deutschland. (Foto: MoD Ukraine)

An weiteren Großgeräten wurden vier WiSENT 1 Minenräumpanzer (neuer Bestand 46) und ein Bergepanzerpanzer 2 (neu 19) übergeben.

Im Bereich Drohnen und Drohnenabwehr wurden weitere 30 Aufklärungsdrohnen VECTOR (neuer Bestand: 262) und zehn Überwasserdrohnen (neu: 30) übergeben. Erstmals erhielt die Ukraine 200 mobile Drohnen-Jammer.

Darüber hinaus enthält das Paket umfangreiche Munition im Kaliber zwischen 7,62 mm und 155 mm, darunter 55.000 Schuss 155-mm-Artilleriemuniton. Weiter wird die Durchhaltefähigkeit mit Gewehren wie Mk 556, CR 308, HLR (alle von Haenel), Maschinengewehren MG5 gestärkt.

Zu Schutz- und Spezialausrüstung zählt die Bundesregierung in ihrer Liste die übergebenen 39 SatCom Terminals und die 150 Nachtsichtbrillen, deren Bestände auf 292 bzw. 600 Stück anwachsen.

Der Bereich Logistik wird mit zehn sondergeschützten Fahrzeugen und zwei Pick-up unterstützt. Zuvor waren 30 bzw. 179 Fahrzeuge geliefert worden.

Die Rubrik „in Vorbereitung/Durchführung“ bleibt nahezu unverändert. Einziger Neueintrag sind vier Minenräumpanzer WiSENT 1.

Die Unterstützung der Ukraine bleibt nach wie vor ein übergeordnetes Ziel des Bundeskanzlers und des Verteidigungsministers. Im Einzelplan 60 stehen 7,1 Milliarden Euro, u.a. für die Hilfe der Ukraine. Hinzu kommt ein Anteil aus den 1,4 Milliarden Euro, die die EU aus der Verzinsung russischer Vermögen bereitstellt (ESuT berichtete).

An Geld scheint es nicht zu mangeln. Es kommt jetzt darauf an, entweder aus Beständen der Bundeswehr oder durch Beschleunigung der Lieferungen aus der Industrie der Ukraine die benötigte Ausrüstung schnell zur Verfügung zu stellen.

Gerhard Heiming