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Von mehr als 90.000 Brücken in Deutschland ist der aktuelle Zustand nicht bekannt. Für die Verlegung von Truppen ist das ein Problem. Denn gerade schwere Gefechtsfahrzeuge können nicht jede Brücke nutzen. Die Pionierberater:innen können bislang nur auf veraltete Daten von Katasterämtern, Militärischen Geoinformationsdiensten und der ehemaligen Wallmeister Organisation zurückgreifen. Das Innovationsvorhaben EvE (Erkunden von Einsatzstellen) des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr (CIHBw) ermöglicht eine verlässlichere Organisationsplanung. Denn mit der Webapp können Pionier:innen bei der Erkundung die ihnen zugewiesenen Brücken schnell und effizient aufklären sowie eine Einschätzung der Lage vor Ort direkt an den Gefechtstand übermitteln. Das Innovationsvorhaben EvE ist kürzlich in einem Feldtest erfolgreich mit der umsetzenden Firma MaibornWolff und dem Aufklärungserkundungszug des Panzerpionierbataillon 4 an mehreren Brücken in Bayern erprobt worden. Die eingesetzte App ermöglicht es den Soldat:innen, doppelt so viele Brücken wie bisher im selben Zeitraum mit einem deutlich höheren Informationsgehalt zu erkunden.

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Pioniere bei der Brückenvermessung: die App EvE unterstützt sie bei der Brückenerkundung. (Foto: CIHBw)

Die Idee zu dem System hatte Tino Richter, Fachdienstoffizier an der Pionierschule des Heeres in Ingolstadt. Als Bundeswehr-Intrapreneur hat er EvE gemeinsam mit dem CIHBw verwirklicht. Für die Pioniere ein echter Gamechanger.

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Die gesammelten Daten zu Befahrbarkeit, Tragfähigkeit und Maße der Brücke werden von einem Pionier in die App eingegeben, die an das Battle Management der Bundeswehr angebunden ist. (Foto: CIHBw)

„Jeder Unteroffizier und Offizier muss in der Lage sein, darüber urteilen zu können, ob ein Fahrzeug mit der entsprechenden Gewichtsklasse eine Brücke sicher überqueren kann. Um den Papierkrieg mit Zettel und Bleistift ad acta zu legen, kann mit EvE nun die Bewertung der Brückenerkundung in eine plattformunabhängige Softwareapplikation fließen“, betont Bundeswehr-Intrapreneur Tino Richter die Vorteile des Innovationsvorhabens.

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Die eingesetzte App ermöglicht es den Soldat:innen, doppelt so viele Brücken wie bisher im selben Zeitraum mit einem deutlich höheren Informationsgehalt zu erkunden. (Foto: CIHBw)

Die gesammelten Daten zu Befahrbarkeit, Tragfähigkeit und Maße der Brücke werden in die App eingegeben, die an das Battle Management der Bundeswehr angebunden ist, und so die Verfügbarkeit der Informationen auf ein anderes Level hebt als bisher: EvE schafft eine Standardisierung der gesammelten Informationen, erhöht die Geschwindigkeit, mit der die Informationen bereitgestellt werden können, und schafft eine einheitliche, belastbare Datenbasis.

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Bundeswehr-Intrapreneur Tino Richter hatte die Idee zu dem Vorhaben. (Foto: CIHBw)

Mit EvE leistet der Cyber Innovation Hub einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit Deutschlands und seiner Bündnispartner. Denn als Drehscheibe müssen eigene Soldat:innen, Nato-Truppen und Fahrzeuge für die Landes- und Bündnisverteidigung verlässlich und schnell durchs ganze Land verlegt werden können.

Josefine Neuschäffer ist Mitarbeiterin am Cyber Innovation Hub der Bundeswehr.